Baden-Baden stellt Städtepartnerschaft mit Sotschi in Frage (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / dpa | Uli Deck)

Städtepartnerschaften im Zeichen des Ukraine-Kriegs

Baden-Baden lässt Partnerschaft mit russischer Stadt Sotschi ruhen

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Mathias Zurawski

Die Stadt Baden-Baden setzt ihre Städtepartnerschaft mit der Schwarzmeer-Stadt Sotschi aus. Andere Städte wie Karlsruhe und Pforzheim halten an den Partnerschaften mit Russland fest.

Man könne die offizielle Städtepartnerschaft angesichts der russischen Invasion in der Ukraine nicht weiterlaufen lassen, so Baden-Badens Oberbürgermeisterin Margret Mergen (CDU) am Freitag. Sie erwarte das Schlimmste, die Entwicklung in der Ukraine und in Russland müsse abgewartet werden.

Auch Partnerschaft mit Jalta auf der Krim ruht

Seit der russischen Annexion der Halbinsel Krim vor acht Jahren ruht bereits die Baden-Badener Partnerschaft mit der 80.000-Einwohner-Stadt Jalta am Schwarzen Meer. Es gebe Kontakt zu den Menschen dort über einen Partnerschaftsverein, so Mergen weiter. Es sei jedoch schwierig, die persönlichen Kontakte unter den aktuellen Umständen aufrechtzuerhalten.

Karlsruhe setzt auf persönliche Kontakte

Karlsruhe will seine Partnerschaft mit Krasnodar weiterlaufen lassen, betonte Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD). Krasnodar liegt rund 200 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt in Westrussland. Wichtig sei es, die Kontakte zwischen den Menschen auch jetzt aufrechtzuerhalten, unterstrich Mentrup. Er könne sich jedoch angesichts der Zuspitzung in der Ukraine derzeit nicht vorstellen, offizielle Delegationen aus Krasnodar zu empfangen und Grußworte auszutauschen.

"Wir haben die Zuschrift eines Mannes aus Krasnodar, den ich kenne. Er schäme sich für sein Land und dafür, Russe zu sein. Auch ihn wollen wir nicht alleine lassen."

Ein Sprecher der Freundschaftsgesellschaft Krasnodar-Karlsruhe geht davon aus, dass viele Bürgerinnen und Bürger in Krasnodar gegen den Krieg sind.

Auch Pforzheim setzt auf Dialog zwischen den Menschen

Auch Pforzheim will die seit 2007 bestehende Partnerschaft mit der sibirischen Stadt Irkutsk trotz des Kriegs in der Ukraine aufrechterhalten. Oberbürgermeister Peter Boch (CDU) hob die Bedeutung persönlicher Kontakte mit der russischen Partnerstadt hervor.

"Von unserer Seite aus werden wir keine Brücken und Verbindungen abbauen, denn dies können Brücken der Verständigung sein."

Im Moment sei nicht absehbar, wie sich die Situation in Russland auf aktuell geplante Projekte mit Irkutsk tatsächlich auswirken. Frieden könne nur zwischen Menschen entstehen. "Dafür brauchen wir den persönlichen Dialog miteinander", unterstrich Boch.

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