Badisches Landesmuseum im Karlsruher Schloss. Ausstellung "Museumshelden". (Foto: SWR)

Zehntausende Objekte liegen im Depot

Hinter den Kulissen - Badisches Landesmuseum Karlsruhe gewährt Einblicke

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Katharina Raquet
Bild von Katharina Raquet (Foto: SWR, Patricia Neligan)

Was passiert hinter den Kulissen eines Museums? Die Ausstellung "Museumshelden - von Vitrinenstars und Depothütern" im Badischen Landesmuseum gibt Einblicke in verborgene Bereiche.

Die neue Ausstellung im Badischen Landesmuseum im Karlsruher Schloss ermöglicht den Blick hinter die Kulissen. Zwölf Volontärinnen und Volontäre haben die Ausstellung konzipiert. Es geht darum, zu erfahren, welche Wege Ausstellungsstücke gehen, von der Einlieferung, über die Registrierung, Restaurierung und Lagerung bis hin zum Verleih in andere Museen auf der ganzen Welt.

Im Mamorsaal des Karlsruher Schlosses erzählt jedes Exponat seine ganz eigene Geschichte. Da ist zum Beispiel der über 100 Jahre alte Koloman-Moser-Jugendstilstuhl aus den Wiener Werkstätten, der unter der Decke hängt und schon weit gereist ist – in die USA, wo er bei der Heimreise an der Grenze zunächst vom Zoll aufgehalten wurde, weil in seiner Lehne Tropenholz verarbeitet wurde, das mittlerweile unter das Artenschutzabkommen fällt, erzählt Museumsvolontärin Angela Hess. Erst nach Klärung von Alter und Herkunft durfte der Stuhl die Heimreise nach Karlsruhe fortsetzen.

95 Prozent der Bestände des Badischen Landesmuseums lagern im Depot

Die Ausstellung führt auch in das riesige Depot des Museums, wo beispielsweise ein wertvolles vergoldetes Diadem neben einem alten Bügeleisen lagert - einfach weil beide die gleichen Lagerbedingungen brauchen, was Luftfeuchtigkeit und Temperatur betrifft. Nur fünf Prozent der Bestände werden tatsächlich ausgestellt – 95 Prozent lagern im Depot.

Badisches Landesmuseum im Karlsruher Schloss. Ausstellung "Museumshelden". (Foto: SWR)
Badekappen in der Ausstellung "Museumshelden" im Badischen Landesmuseum im Karlsruher Schloss.

Das Landesmuseum sammelt Stücke aus 50.000 Jahren Kunst- und Kulturgeschichte mit Schwerpunkt Baden. Dazu gehören auch Badekappen aus den 50er bis 70er Jahren, die die Fachleute vor besondere Herausforderungen stellen, weil noch unklar ist, wie lange Plastik hält und wie man es haltbar machen kann, erklärt Museumsvolontär Martin Nadarzinski.

"Wir können nicht alles ewig erhalten, doch es wird daran geforscht."

Heutzutage werden die Museumsbestände digital erfasst – über 40 Prozent des Gesamtbestandes sind schon im Computer, was es Interessierten ermöglicht, auch auf Stücke im Depot über die Internetseite des Badischen Landesmuseums zuzugreifen.

Die Ausstellung "Museumshelden" ist ab 3. Juni ein Jahr lang im Karlsruher Schloss zu sehen.

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