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Geister, Hexen, Dämonen - bis ins 20. Jahrhundert war der Glaube an böse Mächte in der ländlichen Gesellschaft fest verankert. Alltagsmagie ist Thema einer Ausstellung in Maulbronn-Schmie.

Auf zwei Stockwerken des 500 Jahre alten Fachwerkhauses gibt es die ganze Welt der Alltagsmagie zu entdecken. Bis in jüngere Zeiten war sie in Küche und Werkstatt allgegenwärtig. Das Dorfmuseum in Maulbronn-Schmie (Enzkreis) gibt spannende Einblicke.

SWR Reporter Peter Lauber hat die Ausstellung "Alltagsmagie - Riten, Schutzauber und Bauopfer" gesehen:

Angst vor bösen Mächten und die Gegenmittel

Aberglaube war früher allgegenwärtig in der ländlich-bäuerlichen Gesellschaft. Das zeigen die Ausstellungsstücke in der Steinhauerstube in Maulbronn-Schmie, wie zum Beispiel eine mumifizierte Katze, die in einem Gebäude des Maulbronner Klosterhofs eingemauert war. Mit dem Glauben an das Böse und Rätselhafte kamen jedoch auch viele Rezepte, mit denen man sich gegen diese Mächte schützen konnte. Zähne im Geldbeutel etwa sollten vor Zahnschmerzen schützen.

Ausstellungsstücke im Dorfmuseum in Maulbronn-Schmie (Foto: SWR)
Ausstellungsstücke im Dorfmuseum in Maulbronn-Schmie

Fratzen gegen Neid und Missgunst

Immer wieder trifft der Besucher der Ausstellung auf Fratzen. Je böser der Blick, umso größer sollte der Schutz vor Neid und Missgunst sein, so der Volksglaube. Gut sichtbar sind sie etwa auf entsprechend verzierten Holzstühlen in der Ausstellung. Daneben sind auch viele andere Alltagsgegenstände, aber auch Bücher zu sehen, in denen Alltagsmagie thematisiert wird.

Auch alte Schriften werden gezeigt (Foto: SWR)
Auch alte Schriften werden gezeigt

"Alltagsmagie - Riten, Schutzzauber und Bauopfer" - die Ausstellung in der Steinhauerstube in Maulbronn-Schmie hat jeden zweiten Sonntag geöffnet. Alle Informationen und einen virtueller Rundgang findet man unter steinhauerstube.de.

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