Die Kelterei in Söllingen von Außen (Foto: SWR)

Apfelsaft aus Söllingen

Sonnenbrand und Macken: So rettet ein Obsthof in Pfinztal "hässliche" Äpfel

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AUTOR/IN
Mailine Albrecht

Die Apfelernte war in diesem Jahr trotz Trockenheit erfolgreich. Aber es gab auch eine Menge Äpfel, die für den Verkauf nicht geeignet waren. Die landen bei einem Obstbauern in Pfinztal aber keinesfalls in der Tonne.

Wässern, Wässern, Wässern! Ohne das wäre es bei Obstbauer Friedhelm Wenz in Pfinztal-Söllingen dieses Jahr nicht gegangen. Er hat literweise Wasser gebraucht, damit er seine Ernte einfahren konnte. Wenz ist das warme und trockene Klima zwar bereits durch die letzten Jahre gewohnt, aber auch er sieht in diesem Jahr einen deutlichen Unterschied:

"Wenn die Bäume nicht gewässert werden würden, wären 50 Prozent und mehr der Apfelernte beschädigt worden. Mit Bewässerung sind es nur 10 bis 15 Prozent gewesen."

Apfelsaft pressen (Foto: SWR)

Apfelernte: Sonnenbrand und kleine Früchte

Was man an den Obstbäumen von Friedhelm Wenz dieses Jahr oft gesehen hat, sind Äpfel mit einem "Sonnenbrand". Das seien Früchte, die durch zu starke Sonneneinstrahlung nicht mehr abkühlen konnten. Die Äpfel verbrennen an der Oberfläche und die Haut verfärbt sich. Manchmal platzt die Haut sogar auf und es entstehen Risse, erklärt Friedhelm Wenz.

Apfelsaft pressen (Foto: SWR)

Was oft bei den Äpfeln von Streuobstwiesen in diesem Jahr erkennbar war: Die Früchte sind kleiner geblieben als in anderen Jahren mit mehr Regen.

Äpfel mit Sonnenbrand und Macken oder generell klein gebliebene Äpfel kaufe die Kundschaft nicht gerne, so Wenz. Aber Wegwerfen komme für ihn nicht in Frage. Für ihn sei als Landwirt wichtig, möglichst alles zu verwerten - auch das, was vom Aussehen her vielleicht nicht perfekt ist.

"Durch all das generieren wir ja unseren Lohn. Lebensmittel sind wertvoll, damit wollen wir gut umgehen!"

Apfelreste werden zu Apfelsaft

Alles, was also nicht "hübsch" aussieht, ein paar Macken hat oder was die Streuobstwiesenbesitzer liefern, verwandelt Familie Wenz zu Saft. Das machen sie in ihrer Kelterei in Söllingen. Mit Kofferräumen und Anhängern voller Äpfel kommen die Menschen aus der ganzen Region zum Saft machen.

Apfelsaft pressen (Foto: SWR)

In der Kelterei werden die Äpfel sortiert, gewaschen, zu Saft gepresst und danach noch pasteurisiert. Damit haben die Kundinnen und Kunden am Ende einen Saft, der sich etwa ein Jahr lang aufbewahren lässt.

Schmeckt Apfelsaft nach Trockenheit schlechter?

Wenig Regen, viel Sonne: Kann da der Apfel und der daraus gewonnene Apfelsaft überhaupt was werden? "Klar!", versichert Friedhelm Wenz. "Der Saft schmeckt einfach ein bisschen milder, fruchtiger, süßer. Aber das ist gerade für Familien mit Kindern ganz toll."

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