STAND
AUTOR/IN

Nach 58 Jahren kommt ein wegen zweifachen Mordes verurteilter Häftling aus der JVA Bruchsal frei. Der heute 84-Jährige war 1963 in Berlin zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden.

Bei dem Mann handelt es sich um den am längsten einsitzenden Häftling Deutschlands. Nach mehreren vergeblichen Anläufen hat jetzt das Oberlandesgericht Karlsruhe auf Antrag seiner Anwältin die Haftentlassung angeordnet.

1963 wegen Doppelmordes verurteilt

Er war im Alter von 25 Jahren zu lebenslanger Haft verurteilt worden, weil er beim Raub eines Autos in Berlin zwei Menschen erschossen hatte. Als der Mann die Haft antrat, war Adenauer noch Bundeskanzler. Damals kam er mit 25 Jahren ins "Zuchthaus", wie Gefängnisse damals hießen. SWR-Reporter Teo Jägersberg hat den Häftling 2013 in der JVA Bruchsal getroffen:

Häftling kam vor 30 Jahren nach Bruchsal

Bis 1991 verbüßte der Häftling seine Strafe in Berlin, anschließend wurde er in die Justizvollzugsanstalt (JVA) Bruchsal verlegt. Mehrfach wurden die Anträge auf Aussetzung des Restes der lebenslangen Freiheitsstrafe zur Bewährung abgelehnt. Zuletzt hatte das Landgericht Karlsruhe im letzten Jahr den Wunsch des Häftlings auf Bewährung abgelehnt. Dagegen hatte die Anwältin des Mannes Beschwerde eingelegt. Das Oberlandesgericht gab dem Antrag mit Beschluss vom 17. März statt.

Entlassungszeitpunkt nicht bekannt

Wann genau der 84-jährige Häftling aus der Justizvollzugsanstalt Bruchsal entlassen wird, wurde aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht mitgeteilt. Bis zum Entlassungstermin werden sogenannte vollzugsöffnende Maßnahmen angeboten, begleitete Ausführungen in Freiheit oder auch unbegleitete Ausgänge, erklärte ein Sprecher des Oberlandesgerichtes.

STAND
AUTOR/IN