Eine kolorierte elektronenmikroskopische Aufnahme von Partikeln des Affenpockenvirus (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/Planet Pix via ZUMA Press Wire | Niaid/Niaid)

Vierjähriges Mädchen betroffen

Pforzheim: Erstes Kleinkind in Deutschland mit Affenpocken infiziert

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In Pforzheim gibt es den ersten Fall von Affenpocken bei einem Kleinkind in Deutschland. Das hat das Robert Koch-Institut (RKI) bestätigt.

Das vierjährige Mädchen habe bisher aber keine Symptome, erklärte das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration in Baden-Württemberg auf SWR-Anfrage. Zuvor hatte die Pforzheimer Zeitung über den Fall berichtet.

Ansteckung im Haushalt

Das Kind habe sich im eigenen Haushalt infiziert, hieß es weiter aus dem Ministerium. Zuvor hatte sich demnach eine enge Kontaktperson im Haushalt der Vierjährigen infiziert. Deswegen wurde auch das Mädchen vorsorglich ärztlich untersucht.

Dabei ergab ein Rachenabstrich den Nachweis auf die Affenpocken-Erreger. Außerdem steht ein weiteres Haushaltsmitglied unter Gesundheitsbeobachtung. Außerhalb des Haushalts gebe es aber keine weiteren Kontaktpersonen des Kindes, so das Ministerium weiter. Bei leicht verlaufenden Erkrankungen halten sich die betroffenen Personen in häuslicher Isolation auf. Diese dauert bis Schorf und Krusten abgeheilt sind, jedoch mindestens 21 Tage.

Affenpocken: Aktuelle Lage in Deutschland und weltweit

Die Anzahl an Infektionen stieg in den letzten Wochen weltweit weiter an. Die WHO meldete am 23. Juli 2022 mehr als 16.000 bestätigte Affenpockenfälle in 75 Ländern. 75 Prozent der weltweiten Betroffenen finden sich in Spanien, den USA, Deutschland, Großbritannien und Frankreich. Das ergeben Daten der US-Gesundheitsbehörde CDC. In Deutschland meldete das Robert Koch-Institut (RKI) am 21. Juli circa 2.200 Fälle, knapp 60% in Berlin. Dem Landesgesundheitsamt wurden mit Stand 8. August, bislang insgesamt 127 Affenpockenfälle in Baden-Württemberg übermittelt.

Bisher nur wenige Minderjährige betroffen

Bei den Infizierten handelt es sich fast ausschließlich um erwachsene Männer. Zuletzt wurden aber auch vereinzelt Affenpocken-Infektionen bei Minderjährigen gemeldet - etwa bei einem Jugendlichen aus Stuttgart. Das RKI geht davon aus, dass die meisten Betroffenen nicht schwer erkranken.

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