Nach Machtkämpfen in der Partei AfD kann Streit auf Landesparteitag nicht beilegen

Der zweitägige Parteitag der AfD Baden-Württemberg wurde durch eine Schlammschlacht im Vorstand dominiert. Auch am Sonntag flammte der Streit immer wieder auf.

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Nach einem heftigen Machtkampf auf dem Parteitag der baden-württembergischen AfD in Pforzheim sind die Gräben im aktuellen Landesvorstand weiterhin tief. Der Streit zwischen den Vorsitzenden Bernd Gögel und Dirk Spaniel konnte auch am Sonntag nicht beigelegt werden. Ihr Streit hat große Teile des Parteitages überlagert.

Die Parteitagsleitung war am Sonntag bemüht, die Tagesordnung durchzuziehen. Der Parteitag wählte verschiedene Funktionäre nach, die eigentlich schon auf dem Heidenheimer Parteitag hätten gewählt werden sollen. Der Landtagsabgeordnete Rainer Balzer wurde dabei als noch fehlendes Mitglied in den Vorstand gewählt. Er setzte sich in der Stichwahl gegen Alfred Bamberger aus dem Kreisverband Pforzheim durch.

Doch die einzelnen Grabenkämpfe flammten immer wieder auf. Die AfD behält so auch nach Pforzheim ihren zerstrittenen Landesvorstand. Manche Mitglieder rechnen nach SWR-Recherchen schon bald mit Vorstands-Neuwahlen.

Bernd Gögel (links) und Dirk Spaniel am 2.6.2019 auf dem Parteitag der AfD in Pforzheim (Foto: SWR)
Der Parteitag der AfD stand ganz im Zeichen der Auseinandersetzung der Vorstände Bernd Gögel (links) und Dirk Spaniel

Gögel ruft Partei zur Geschlossenheit auf

Am Samstag hatte es heftige Auseinandersetzungen gegeben. Zum Auftakt rief AfD-Landeschef Gögel seine Partei zur Geschlossenheit auf.

"Wir brauchen keine Alleinunterhalter, die uns spalten."

AfD-Landeschef Bernd Gögel

Der Parteitag stand am Samstag jedoch zunächst im Zeichen von Anträgen zur Abwahl des gesamten Landesvorstands beziehungsweise von einzelnen Vorstandsmitgliedern. Die Anträge konnten nur mit Mühe abgeschmettert werden. Bei dem parteiinternen Konflikt gehe um fehlendes Vertrauen in die Amtsführung eines Vorstandsmitgliedes, sagte Gögel in Anspielung auf den Co-Landesvorsitzenden Spaniel. Der konterte, er werde zurücktreten, wenn der gesamte Vorstand zurücktrete.

Machtkampf im Vorstand

Vor dem AfD-Parteitag hatte sich der Machtkampf im Vorstand der baden-württembergischen AfD zugespitzt. In einer Erklärung warfen sieben Vorstandsmitglieder um Gögel dem Co-Sprecher Spaniel "Halbwahrheiten und Verdrehungen" vor. Spaniel und Schatzmeister Frank Kral hingegen beschuldigten Gögel und die anderen Vorstandskollegen der Verleumdung und sprachen von einer Intrige.

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