Landratsamt Karlsruhe (Foto: SWR)

Auftakt für Entwicklungskonzept Karlsruher Landratsamt: Gutachten sprechen für Abriss

Rund 250 Bürger haben am Mittwoch die Auftaktveranstaltung zum Entwicklungskonzept Ettlinger Tor in Karlsruhe besucht. Im Mittelpunkt stand das Hochhaus des Landratsamts.

Damit beginnt das sogenannte Werkstatt-Verfahren, das die Stadt Karlsruhe und der Landkreis gemeinsam für das Hochhaus und seine Umgebung in zentraler Lage am Ettlinger Tor ins Leben gerufen haben.

Gutachten: Abriss sinnvolle Lösung

Mehrere Gutachten kommen zu dem Schluss, dass ein Abriss des Gebäudes mit anschließendem Neubau die sinnvollste Lösung wäre. Zuvor muss geprüft werden, ob ein Abriss des denkmalgeschützten Hochhauses rechtmäßig wäre. Nach Einschätzung von Landrat Christoph Schnaudigel (CDU) dürfte das allerdings nur Formsache sein.

Dauer

Transparentes Verfahren

Vier renommierte Architektur-Büros legen im Bürgerzentrum Südwerk Vorschläge für das Areal vor, die dann öffentlich diskutiert werden. In einem offenen und transparenten Verfahren werden die Ideen mit Vertretern der Stadt, des Landkreises, mit externen Fachleuten und Bürgern in vier öffentlichen Veranstaltungen diskutiert. Die Konzepte sollen am 3. Juli vorgestellt werden.

"Es gibt keine Denkverbote."

Daniel Fluhrer (parteilos), Karlsruher Baubürgermeister

Nach Abschluss des Verfahrens sollen die Ergebnisse dann in ein Bebauungsplan-Verfahren eingehen. Untersucht werden sollen alle Möglichkeiten, also sowohl ein Abriss als auch der Erhalt des Landratsamt-Hochhauses. Auf der ersten Werkstatt-Versammlung am Mittwochabend wurde ein Blick in die Geschichte des Ettlinger Tors geworfen, der Zustand des unter Denkmalschutz stehenden Hochhauses thematisiert und die Ideen der Architektur-Büros vorgestellt.

Entscheidungen stehen noch aus

Der Landkreis Karlsruhe will das Hochhaus, in dem das Landratsamt derzeit untergebracht ist, abreißen und wenige Meter weiter neu errichten. Dagegen hat sich die Arbeitsgemeinschaft Karlsruher Stadtbild (AKS) ausgesprochen und noch vor einer endgültigen Entscheidung der zuständigen Denkmalschutz-Behörden eine Petition beim Landtag eingereicht, über die ebenfalls noch nicht entschieden wurde. Ob sich dadurch die geplante Fertigstellung des 100-Millionen-Euro-Projekts im Jahr 2025 verzögert, ist noch unklar.

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