Zecke unterm Mikroskop (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/Julian Stratenschulte/dpa)

Unterschätzte Gefahr in Wald und Wiesen Zeckenalarm im Kreis Karlsruhe

Wenn es warm und feucht ist, fühlen sich Zecken besonders wohl. Die Gefahr, die von den zähen Parasiten ausgeht, wird oft unterschätzt. Sie sind bedeutende Krankheitsüberträger.

Ganz Baden-Württemberg, auch die Region Karlsruhe, gilt als Zeckengebiet. Der "Gemeine Holzbock" ist die verbreitetste Zecke in Deutschland. Ihre Stiche können Krankheiten wie Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen, die im schlimmsten Fall sogar zu einer Hirnhautentzündung führen kann. Im Gegensatz zum Erreger Borreliose, kann man sich gegen FSME aber impfen lassen.

Dauer

Tropische Zecken in der Region

Der Klimawandel sorgt außerdem dafür, dass sich auch tropische Zecken in Deutschland zunehmend heimisch fühlen. Im Jahr 2018 haben Forscher mehrere Exemplare der Hyalomma-Zecke, der sogenannten Riesenzecke, gefunden. Die spinnenartigen Riesen mit den gestreiften Beinen sind rund fünfmal größer als ihre einheimischen Verwandten und auch sie übertragen gefährliche Erreger, unter anderem das Krim-Kongo-Fieber. Bislang wurden die Hyalomma-Zecken mit Zugvögeln nach Deutschland transportiert - jetzt sieht es aber so aus, als hätten einzelne Exemplare in Deutschland überwintert. Sie könnten sich nach Ansicht von Wissenschaftlern weiter ausbreiten.

Hyalomma Zecke im Vergleich zu einheimischer Zecke (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/Lidia Chitimia-Dobler/Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr/dpa)
Hyalomma Zecke im Vergleich zu einheimischer Zecke picture alliance/Lidia Chitimia-Dobler/Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr/dpa

FSME-Fälle haben zugenommen

Nach Auskunft des baden-württembergischen Gesundheitsamtes sei die Anzahl der Zecken in den letzten Jahren zwar konstant geblieben, doch viele unterschätzen die Gefahr. Die FSME-Fälle haben gerade im letzten Jahr deutlich zugenommen. Deshalb gilt nach vor: nicht ungeschützt in den Wald gehen, sich auch nicht mit kurzer Hose auf eine Wiese legen und am Besten nach dem Spaziergang den Körper nach Zecken absuchen. Wer viel in der Natur unterwegs ist, dem rät das Robert Koch Institut, sich impfen zu lassen.

STAND