20.07.2019, Baden-Württemberg, Bruchsal: An der Fassade eines Bauhaus Baumarktes liegen die Trümmer eines Kleinflugzeugs, das dort abgestürzt ist. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Uli Deck/dpa)

Vorläufiges Obduktionsergebnis Pilot der Bruchsaler Absturzmaschine hatte keinen Herzinfarkt

Der vorläufige Bericht zur Obduktion des 80-jährigen Piloten des Flugzeugs, das am Samstag in Bruchsal abgestürzt war, schließt einen Herzinfarkt aus. Das teilte die Karlsruher Staatsanwaltschaft mit.

Andere akute gesundheitliche Beeinträchtigungen bleiben jedoch als Ursache möglich. Zeugenvernehmungen ergaben inzwischen, dass der 80-Jährige ein sehr erfahrener Pilot war und zudem technisch versiert gewesen sein soll. Demnach wartete und pflegte der Pilot das Kleinflugzeug sehr gewissenhaft und vor jedem Flug fand eine intensive Überprüfung des technischen Zustands der Maschine statt.

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Es gebe viele Augenzeugen, sagte ein Polizeisprecher am Montag. Darunter seien Mitarbeiter des Baumarktes, an dem das Flugzeug zerschellt war, ebenso wie Menschen auf dem nahe gelegenen Flugplatz. Zudem hätten sich Autofahrer gemeldet, die zum Zeitpunkt des Absturzes in der Nähe des Unfallortes unterwegs gewesen waren. Die Schadenshöhe an der Fassade und an dem Flugzeugwrack wird auf 250.000 Euro geschätzt.

Drei Insassen kamen ums Leben

Bei dem Absturz des Kleinflugzeugs am Samstag waren drei Menschen gestorben. Bei den Insassen handelt es sich um einen 80-jährigen Mann, der wohl Pilot der Maschine war, seine 60 Jahre alte Lebensgefährtin und deren 32-jährigen Sohn. Sie stammen aus Bayern. Nach Angaben der Polizei war das Flugzeug nahe Olpe in Nordrhein-Westfalen gestartet und war auf dem Weg ins bayrische Dachau.

Flugzeug prallt auf Wand eines Baumarkts

Wegen Problemen mit dem Flugzeug hatte der Pilot vermutlich versucht, auf der nahe gelegenen Landebahn des Bruchsaler Flugplatzes notzulanden. Das sei missglückt. Das Kleinflugzeug war abgedreht, hatte einen Metallzaun durchbrochen und war anschließend gegen die Außenwand des Baumarktes in einem Gewerbegebiet geprallt.

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Das Gebäude wurde vorsorglich geräumt. Im Baumarkt waren laut Polizei weder Mitarbeiter noch Kunden zu Schaden gekommen, da das Flugzeug die Außenwand nicht durchbrochen habe. Vier Menschen wurden aber von Notfallseelsorgern betreut. Der Aufprall habe sich außerdem auf der Rückseite der Halle ereignet, wo es keinen Besucherverkehr gibt. Die Statik des Gebäudes werde noch überprüft, weshalb die Halle noch gesperrt sei.

Blick auf den Flugplatz Bruchsal. In der unmittelbaren Nähe ist dort ein Kleinflugzeug auf die Fassade eines Bauhaus Baumarktes gestürzt. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Uli Deck/dpa)
Blick auf den Flugplatz Bruchsal. In der unmittelbaren Nähe ist dort ein Kleinflugzeug auf die Fassade eines Bauhaus Baumarktes gestürzt. picture alliance/Uli Deck/dpa

Unfallursache noch unklar

Warum der Landeversuch scheiterte, ist laut Polizei noch unklar. Zeugen berichteten, dass das Flugzeug merklich taumelte und mehrere Landeanflüge versuchte, bevor es zum Aufprall kam. Derzeit werten die Ermittler die Aussagen aus und sichern Videoaufnahmen.

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