Tatort Darknet Angeklagter verweigert Aussage im Kinderpornografie-Prozess

Am Montag hat vor dem Landgericht in Pforzheim der Prozess gegen einen Mann begonnen, der kinderpornografische Bilder und Videos im Internet verbreitet haben soll.

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Mehr als ein halbe Stunde benötigte der Staatsanwalt, um all die Bilder und Videos aufzuzählen, die in den vergangenen Jahren auf die Plattform gestellt wurden. Darstellungen schwersten sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen – das jüngste Opfer war vier Jahre alt.

Über 30 Mitglieder des Darknet-Rings

Verbreitet wurde das Material in einem schwer zugänglichen Teil des Internets, dem sogenannten Darknet. Jahrelange, umfangreiche Ermittlungen des Bundeskriminalamts haben zu dem 44-Jährigen aus dem Raum Pforzheim geführt. Er soll den 32 weiteren Mitgliedern des geheimen Forums als Administrator gedient und den Server von seiner Wohnung aus verwaltet haben. Er soll aber auch selbst Inhalte eingestellt und geteilt haben. Das Forum sei hoch konspirativ und in sich geschlossen gewesen, so die Staatsanwaltschaft.

Ermittlungshilfe aus dem Ausland

Auch durch internationale Zusammenarbeit sei es gelungen, den sich anonym im Internet bewegenden Angeklagten zu identifizieren. Er ist bisher der Einzige, der aus der "Kinder-Porno-Bande" - so der Staatsanwalt wörtlich - ermittelt werden konnte. Möglicherweise wird im Laufe des Prozesses auch ein Ermittler des FBI aussagen. Der Verdächtige sitzt seit März in Untersuchungshaft. Äußern will er sich nicht, weder zur Person noch zu den Anschuldigungen. Für den Prozess sind vier Tage eingeplant.

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Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW
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