Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks (THW) (Foto: Imago, Pressedienst Nord)

Staatsanwaltschaft ermittelt THW-Jugendbetreuer aus Baden-Baden gesteht Missbrauch

Ein Jugendbetreuer des Technischen Hilfswerks (THW) aus Baden-Baden soll mehrfach Kinder sexuell missbraucht haben. Der Beschuldigte hat inzwischen ein Geständnis abgelegt.

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Wie ein Sprecher des Technischen Hilfswerks dem SWR bestätigt hat, soll sich ein 20 Jahre alter THW-Mitarbeiter wiederholt an Kindern vergangen haben. Der Vater zweier Betroffener hatte die Vorfälle öffentlich gemacht. Zunächst hatten das Magazin "Stern" und das "Badische Tagblatt" darüber berichtet.

Tatverdächtiger ist geständig

Wie die Staatsanwaltschaft Baden-Baden mitteilt, legte der Beschuldigte zwischenzeitlich bei der Kriminalpolizei ein Geständnis ab. Aufgedeckt wurden die ihm vorgeworfenen Taten im Dezember vergangenen Jahres, nachdem sich einige der Opfer ihren Eltern anvertraut hatten. Die Wohnung des mutmaßlichen Täters wurde durchsucht. Laut Staatsanwaltschaft Baden-Baden wird ein Gutachter feststellen, ob der 20-Jährige schuldfähig ist.

Der mutmaßliche Täter befindet sich derzeit auf freiem Fuß, weil kein Haftgrund vorlag. Laut Staatsanwaltschaft lebe der Mann eingebettet in einer Familie und es gebe keine Veranlassung, zu befürchten, dass er fliehen könnte.

Dauer

Mehrfacher Missbrauch von mindestens elf Kindern

Der 20-Jährige soll sich in einem Baden-Badener Ortsverband mehrere Monate an mindestens elf Kindern vergangen haben. Die Betroffenen sind zwischen sechs und zwölf Jahre alt. Den Berichten zufolge soll der Beschuldigte die Kinder auf Freizeiten und während Veranstaltungen von der Gruppe getrennt und in Kellerräume geführt haben, um sich dort an ihnen zu vergehen. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe sei er suspendiert worden.

Anwalt der Opfer übt Kritik

Kritik am THW wurde von Seiten der Opfer und ihrer Familien laut. Man hätte die Beschwerden der Eltern über einen möglichen sexuellen Missbrauch nicht ernst genug genommen, so Gerhard Bräuer. Er ist Anwalt und vertritt drei der insgesamt elf geschädigten Jungen. Die von ihm vertretenen Eltern hätten sich seitens des THW Hilfestellung gewünscht, etwa durch die Bereitstellung eines Psychologen.

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