Schauspieler stehen auf der Bühne der Orgelfabrik (Foto: SWR)

Sommertheater in Karlsruhe-Durlach Premiere in der Orgelfabrik: "Lang lebe Doktor Knock"

Es ist ein Sommertheater, das aus Karlsruhe nicht mehr wegzudenken ist. Das Theater in der Orgelfabrik in Karlsruhe-Durlach feiert immer dann Premiere, wenn alle anderen Spielzeiten in der Region schon beendet sind.

Dieses Jahr wird es komisch in der Orgelfabrik im Karlsruher Stadtteil Durlach: Mit "Lang lebe Doktor Knock" bringt das Ensemble einen französischen Klassiker auf die Bühne. In eigener Bühnenbearbeitung, also gewissermaßen komplett neu geschrieben. In dem Stück treibt Doktor Knock sein Unwesen, diabolisch gespielt von Rainer Haring. Dazu kommt, dass er plötzlich der einzige Arzt in dem kleinen Dorf ist, sagt Gabriele Michel. Sie hat das Stück von Julian Romains aus dem Italienischen übersetzt und umgeschrieben. "Er kommt also ins Dorf, in dem alle gesund sind und keiner zum Arzt geht, und macht einen tollen Trick: Er bietet eine kostenlose Sprechstunde an. Daraufhin kommt das ganze Dorf." Und so nimmt das Unglück seinen Lauf.

Dauer

Er mache Diagnosen, die ziemlich absurd sind und das ist natürlich der Witz der Komödie, erklärt Regisseur Franco Rosa. Und spricht von einem Phänomen, zu dem man auch Parallelen in die heutige Zeit ziehen kann. So könnte Doktor Knock in dem französischen Theaterstück von 1923 heute international vielleicht "Doktor Google" genannt werden: Man kennt das - man will sich im Internet nur kurz über ein Wehwehchen informieren und ist anschließend überzeugt, todkrank zu sein.

"Ich kann nicht anders. Wenn ich jemanden so vor mir sehe, muss ich einfach eine Diagnose erstellen"

Dr. Knock in dem Stück "Lang lebe Doktor Knock"

Stück ist bis Ende September zu sehen

Das knapp 100 Jahre alte Stück ist in der Orgelfabrik also aktueller denn je und ist dabei wie gewohnt natürlich von den Machern bearbeitet worden: "Wir haben die Grundideen genommen, die in dem Stück drin sind, aber natürlich auf unsere Gruppe umgeschrieben. Wir wussten ja schon, wer mitmacht und haben das dann auf die Personen sozusagen zugeschnitten", verrät Michel.

Das Stück ist bis Ende September zu sehen.

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