Die Schildkröte Flunder im Porträt (Foto: Zoo Karlsruhe/Timo Deible)

Riesenschildkröte "Flunder" tot Ältester Zoobewohner in Karlsruhe gestorben

Mit der Seychellen-Riesenschildkröte "Flunder" ist am Dienstag der älteste Bewohner des Karlsruher Zoos gestorben. Das 150 Kilogramm schwere Reptil wird auf mehr als 70 Jahre geschätzt.

Nach Angaben des Zoos hatte sich der Allgemeinzustand des Tiers in den letzten Tagen rapide verschlechtert. Es hatte seit einigen Tagen die Nahrungsaufnahme eingestellt und litt an multiplem Organversagen. Um die Schildkröte nicht zu lange leiden zu lassen, musste sie eingeschläfert werden, so die Tierärztin des Zoos.

Panzerform gab dem Tier seinen Namen

Der Karlsruher Zoo hatte die Riesenschildkröte 1976 von einem Privathalter in Bad Herrenalb übernommen. Ihren Namen verdankt Flunder ihrer ungewöhnlichen Panzerform, die wahrscheinlich eine rachitische Verkrümmung infolge von schlechten Haltungsbedingungen des Tieres ist.


Da auch in Karlsruhe früher keine tiergerechte Haltung für die Schildkröte möglich war, lebte Flunder 19 Jahre lang im Exil des Bochumer Tierparks, bis sie 2016 zurück kam und im Exotenhaus einzog.

Nur noch kleine Populationen in freier Wildbahn

Riesenschildkröten leben nach Zooangaben heute nur noch auf den abgelegenen Inselgruppen Aldabra-Atoll, Farquhar-Atoll, Galapagos und den Seychellen. Auf den Inseln gab es ursprünglich keine Feinde für die Tiere, weshalb sie sich zu solch stattlicher Größe fortentwickeln konnten. Erst durch Seefahrer, die die friedlichen Tiere dort schlachteten oder als lebenden Fleischvorrat auf die Schiffe mitnahmen, wurden die früher großen Populationen deutlich dezimiert.

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