Traktoren mit Banner beim 16. Bauerntag in Bruchsal  (Foto: SWR, Foto: Heiner Kunold)

Reduzierung von Pflanzenschutzmitteln Bauernverband empfiehlt nachhaltige Landwirtschaft

Weniger Chemie in der Landwirtschaft: um das zu erreichen, empfiehlt der Bauernverband die integrierte Landwirtschaft. Beim Bauerntag in Bruchsal wurde die Idee am Dienstag vorgestellt.

Integrierte Landwirtschaft bedeutet nachhaltige Landwirtschaft, und das bedeutet weniger Chemie, wobei der Einsatz von Mineraldünger weiter erlaubt sein soll. Auf diese Weise hofft der Bauernverband, die Vorgaben nach einer Reduzierung der chemischen Pflanzenschutzmittel in den kommenden zehn Jahren um die Hälfte umsetzen zu können.

Mehr Mitsprache gefordert

Die Landwirte fordern aber auch mehr Mitsprache. Beim dem von der Landesregierung mit Umweltverbänden ausgehandelten Eckpunktepapier zum Insektenschutz seien sie nicht gehört worden und hätten dem Kompromiss trotzdem zugestimmt. Wenn auch zähneknirrschend, erklärte Kreisbauernverbandsvorsitzender Werner Kunz im Bruchsaler Bürgerzentzrum.

Kunz stimmte seine rund 160 Kollegen beim Bauerntag auf die kommenden Veränderungen ein: "Wir werden liebgewordene Gewohnheiten ändern müssen", erklärte der Bauernverbandschef. Die Reduzierung von Insektiziden um 50 Prozent bezeichnete Kunz als "Herkulesaufgabe".

Dauer

Die Landwirte bräuchte vor allem Planungssicherheit, so Kunz. Ohne Perspektiven sei eine weitere Verschärfung des Strukturwandels zu befürchten. Werner Kunz geht davon aus, dass in den nächsten zehn Jahren rund ein Drittel aller Betriebe in der Region Karlsruhe aufhören, weil keine Nachfolger gefunden werden. Und die Stimmung unter den Jungbauern sei ebenfalls nicht gut.

"Wir wollen das Dazwischen stärken"

Professor Enno Bahrs, Institut für Landwirtschaftliche Betriebslehre, Universität Hohenheim

Professor Enno Bahrs von der Uni Hohenheim empfahl den Landwirten beim Bauerntag in Bruchsal einen Mittelweg zwischen konventioneller und biologischer Landwirtschaft. Für diese Strategie gebe es bislang noch zu wenig Konzepte. Nach Einschätzung des Landwirtschaftsprofessors sei das aber ein Weg, der für viele Landwirte interessant sein könnte, die nicht komplett auf die andere Seite wechseln wollten. Das könnte auch eine Brücke zwischen ökologischer und konventioneller Landwirtschaft sein.

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