ein kleiner Junge eingesperrt in einer Wohnung (Foto: dpa Bildfunk, imageBROKER)

Vorbeugende Behandlung Pädophiler in Karlsruhe BIOS von Krankenkassen anerkannt

Therapien der Karlsruher Behandlungsinitiative Opferschutz, BIOS, die Sexualstraftaten verhindern sollen, bezahlen ab sofort die Krankenkassen.

Das Projekt richtet sich an Menschen mit pädophilen Störungen, die sich hier vorbeugend behandeln lassen können. Ziel des Projekts "Stopp - bevor was passiert" ist, einen sexuellen Übergriff auf Kinder zu verhindern. Die Behandlung erfolgt auf Wunsch anonym. Auch den Krankenkassen wird laut BIOS nichts mitgeteilt.

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Anonyme Einzeltherapie

Im Unterschied zu anderen Einrichtungen bietet das Konzept ausschließlich Einzeltherapie an, ebenfalls um Anonymität zu wahren. Das Angebot mit insgesamt 50 Plätzen richtet sich an Patienten aus ganz Deutschland und wird wissenschaftlich begleitet. BIOS ist erst die zweite bundesweite Therapieeinrichtung, die von den Krankenkassen anerkannt wird.

Behandelt werden "reine Tatgeneigte", gegen die noch kein Ermittlungsverfahren läuft. Sie melden sich entweder selbst oder werden von Behörden, wie Polizei, Jugendamt, Ärzten oder Rechtsanwälten vermittelt.

Therapie für Sexualstraftäter und Opferschutz

Zudem unterhält der Karlsruher Opferschutzverein BIOS-BW e.V. in Baden-Württemberg die Forensische Ambulanz Baden und in Rheinland-Pfalz die Psychotherapeutische Ambulanz Koblenz. In beiden Einrichtungen laufen etwa 500 Behandlungen, damit ist BIOS die größte Nachsorgeeinrichtung für verurteilte Gewalt- und Sexualstraftäter in Deutschland.

Daneben ist der Verein Träger der Opfer- und Traumaambulanz Karlsruhe/Baden des Psychosozialen Zentrums Nordbaden.

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