Modell des neuen Wildparkstadions (Foto: Quelle: BAM Sports GmbH)

Keine Einigung vor Gericht KSC und Stadt Karlsruhe streiten weiter um Stadionneubau

Im Streit zwischen dem KSC und der Stadt Karlsruhe um den Neubau des Wildparkstadions gab es am Montag keine Einigung vor Gericht. Am Freitag soll das Urteil verkündet werden.

Die Zivilkammer des Karlsruher Landgerichts entscheidet über vier einstweilige Verfügungen. Nach fast fünf Stunden Verhandlung und Schlichtungsversuchen durch die Zivilkammer bestand der KSC am Ende auf einer Entscheidung durch das Gericht.

KSC: "Hilferuf" an das Gericht

KSC-Präsident Ingo Wellenreuther bezeichnete das Verfahren als eine Art Hilferuf. Der Verein brauche Einsicht in die Verträge für den Bau des Stadions, um eine Kostenkontrolle zu haben und am Ende ein funktionstüchtiges Stadion zu bekommen. Die einstweilige Verfügung sieht allerdings auch einen Planungs- und Baustopp vor, der das Gesamtprojekt ins Wanken bringen könnte.

Große Differenzen zwischen Verein und Stadt

Trotz aller Differenzen betonten Stadt und Verein, dass sie weiter gemeinsam am Bau des neuen Wildparkstadions arbeiten wollen. Der Verlauf der Verhandlung vor dem Karlsruher Landgericht hat allerdings gezeigt, dass es in fast allen Punkten noch große Meinungsverschiedenheiten gibt. Die Richterin betonte in der Verhandlung, es müsse in beider Interesse sein, einen Baustopp zu verhindern. Der könnte Mehrkosten in Millionenhöhe bedeuten und eine monatelange Verzögerung mit sich bringen.

Stadt will Änderungen nicht

Die Stadt Karlsruhe lehnt die Aushändigung des Vertrags an den Mieter Karlsruher SC ab. Die Forderung nach Umplanung des Businessbereichs gefährdet nach Ansicht von Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) Kosten- und Zeitrahmen. Insbesondere geht es um die Forderung des KSC, den Bereich weitgehend ohne Säulen zu bauen, um freie Sicht auf eine geplante Bühne zu gewährleisten.
 

KSC-Präsident Ingo Wellenreuther vor dem Karlsruher Landgericht (Foto: SWR)
KSC-Präsident Ingo Wellenreuther vor dem Karlsruher Landgericht

Atmosphäre zwischen den Vertragspartnern angespannt

Oberbürgermeister Mentrup hatte am Freitag die angespannte Atmosphäre zwischen den Vertragspartnern beklagt, so sieht zum Beispiel die einstweilige Verfügung ein Zwangsgeld in Millionenhöhe, hilfsweise eine Ordnungshaft für den Oberbürgermeister von sechs Monaten vor. Man müsse überlegen, so der Oberbürgermeister, ob man den bestehenden Pachtvertrag mit dem KSC im Herbst kündige, um das Stadion in Ruhe zu Ende bauen zu können.

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