"Kaiser und Sultan" - Landesausstellung in Karlsruhe (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/Uli Deck/dpa)

Nachbarn in Europas Mitte "Kaiser und Sultan": Neue Landesausstellung in Karlsruhe

Seit Samstag ist im Badischen Landesmuseum die neue Große Landesausstellung zu sehen. Sie trägt den Titel "Kaiser und Sultan - Nachbarn in Europa" und beschäftigt sich mit der Zeit zwischen 1600 und 1700.

Die Karlsruher Ausstellung behandelt den Zeitraum zwischen 1600 und 1700. Damit widmet das Badische Landesmuseum nach langer Zeit der weltbekannten "Karlsruher Türkenbeute“ wieder eine Sonderausstellung.

Dauer

Kriege und Gemeinsamkeiten

Bei der Türkenbeute handelt es sich um eine Sammlung von Trophäen, die badische Markgrafen in den sogenannten Türkenkriegen des 17. Jahrhunderts erbeutet haben. Vor allem der Konflikt zwischen der Habsburgermonarchie und dem Osmanischen Reich prägte die Zeit. Die Ausstellung beleuchtet aber nicht nur die Kriege dieses Jahrhunderts. Sie zeigt auch, dass es neben den Konflikten auch einen Austausch gab. Ob Architektur, Mode, Kunst oder neue technische Verfahren, die Entwicklungen bedingten sich gegenseitig grenzüberschreitend.

"Ich glaube, dass man aus den Schwierigkeiten im kulturellen Miteinander etwas für heute lernen kann."

Eckart Köhne, Direktor Badisches Landesmuseum

Ausstellungsstücke aus Karlsruhe und Dresden

Der Großteil der 350 Exponate kommt aus Karlsruhe und aus der Staatlichen Kunstsammlung Dresden. Erstmals vereint die Landesaustellung in großem Umfang die Sammlungen aus den beiden Städten. Darüber hinaus werden Leihgaben aus Budapest, Krakau und Wien sowie aus Ptuj (Slowenien) präsentiert. Ein wissenschaftlicher Beirat von Universitäten und Museen aus Deutschland, Kroatien, Österreich, Polen und Ungarn begleitet das Projekt.

Zeichen setzen gegen Negativbilder

Die Ausstellungsmacher wollen Impulse geben, Ostmittel- und Südost-Europa nicht ausschließlich im Licht moderner Negativbilder wie Jugoslawienkriege oder Migrantenströme zu sehen. Während der Westen Europas wie Andalusien oder Sizilien als Brücke zwischen Okzident und Orient sowie als Orte kultureller Blüte anerkannt seien, stehe diese Aufarbeitung für den Balkanraum aus. Wenig bekannt sei, so die Kuratoren, dass die Balkanroute im 17. Jahrhundert im Vergleich zu heute in umgekehrter Richtung wichtig gewesen sei: für Glaubensflüchtlinge, die im Osmanischen Reich Schutz suchten.

Dorothee Seinsoth hat die Ausstellung gesehen:

Dauer

Die Große Landesausstellung "Kaiser und Sultan - Nachbarn in Europa" ist ein halbes Jahr lang zu sehen.

STAND