Karlsruher Bürgermeister tragen sich in Kondolenzbuch ein  (Foto: SWR)

Nach dem antisemitischen Anschlag in Halle Große Anteilnahme auch in der Partnerstadt Karlsruhe

Karlsruhes Oberbürgermeister Mentrup hat sich am Freitagmorgen in ein Kondolenzbuch für die Partnerstadt Halle eingetragen. Der Anschlag zeige, wie real die Gefahr durch rechtes Gedankengut in anderen Städten sei.

Frank Mentrup (SPD) erklärte: "Wo wir doch eine enge, emotionale Beziehung haben, da wird es noch viel unmittelbarer klar, dass es auch genauso gut Karlsruhe hätte sein können, dass es genauso jede andere Stadt in Deutschland hätte treffen können. Und dann wird einem noch mal klar, was es durchaus für eine reale Gefahr ist. Vor allem eben auch, durch eine zunehmend sich wieder aufheizende, antisemitische und rassistische Stimmung, die es in bestimmten Kreisen gibt, und die eben auch im Netz ungehindert angeheizt werden kann." Die jüdische Kultusgemeinde Karlsruhe will nun Kontakt zu ihrer Partnergemeinde in Halle aufnehmen, um die Beziehungen zu stärken.

Gleichzeitig wächst die Sorge, ob Mitbürger jüdischen Glaubens hierzulande noch sicher leben können. SWR-Reporterin Susann Bühler:

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Rund 100 Menschen hatten sich bereits am Donnerstagabend an einer Mahnwache vor der Karlsruher Synagoge beteiligt. Damit gedachten sie der Opfer des Anschlags von Halle. Den Organisatoren ging es darum, die Solidarität mit den jüdischen Mitbürgern zum Ausdruck zu bringen und ein klares Zeichen gegen Antisemitismus und Fremdenhass zu setzen.

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Solidarität der Glaubensgemeinschaften

Der Dekan der Evangelischen Kirche in Karlsruhe, Thomas Schalla, hatte die Solidaritätsaktion initiiert, an der sich auch Vertreter der katholischen Kirche, der Jüdischen Kultusgemeinde, des deutschen Muslimkreises und der Buddhistischen Gemeinde beteiligten. Auch Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) nahm daran teil. In Pforzheim gab es bereits Freitagmittag eine Mahnwache auf dem "Platz der Synagoge".

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Polizei verschärft Sicherheitsvorkehrungen

Unterdessen haben die Behörden die Polizeipräsenz vor den Synagogen in Baden erhöht. Die Karlsruher Polizei teilt mit, man sei mit zivilen und uniformierten Einheiten rund um die Synagoge in Karlsruhe verstärkt im Einsatz. Außerdem stehe man im permanenten Kontakt mit den Ansprechpartnern vor Ort.

Die Synagoge in Baden-Baden wird ebenfalls durch Polizeibeamte geschützt. Auch der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Pforzheim, Rami Suliman, bestätigte dem SWR, dass seit Donnerstag ständig mindestens eine Polizeistreife vor seiner Synagoge stehe. Man sei außerdem schon seit einem Jahr im Gespräch mit dem BW-Innenministerium, wie die Sicherheit der Synagogen im Land grundsätzlich verbessert werden könne. Etwa durch Schleusen an den Eingängen, mehr Kameraüberwachung und schusssichere Fensterscheiben.

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