Brand in einem Jugendstil-Wohnhaus in Baden-Baden (Foto: SWR, Patrick Neumann)

Fünf Verletzte bei Wohnhausbrand in Baden-Baden Motiv war möglicherweise Erbschaftsstreit

Dem Wohnhausbrand in der Baden-Badener Innenstadt, bei dem am Montag mehrere Bewohner nur knapp gerettet wurden, war nach SWR-Informationen ein Erbschaftsstreit vorausgegangen. Der festgenommene 74-jährige Tatverdächtige soll bereits früher auffällig gewesen sein.

Die Staatsanwaltschaft Baden-Baden ermittelt wegen Mordverdachts und schwerer Brandstiftung gegen den ehemaligen Malermeister, in dessen Wohnung der Brand ausgebrochen war. Er soll ihn selbst gelegt haben. Hintergrund könnte ein Streit mit den neuen Eigentümern des Hauses sein.

Nach SWR-Informationen war der Mann mit der früheren Eigentümerin liiert. Nach deren Tod vor rund einem Jahr war er entgegen seiner Erwartung im Testament offenbar nicht bedacht worden. Stattdessen erbte die Tochter und forderte den Mann auf, auszuziehen. Dem kam er aber offenbar nicht nach. Gegen den Tatverdächtigen sollen nach Angaben aus Justizkreisen mehrere Straf- und Zivilverfahren anhängen.

Der Mann wird am Dienstag dem Haftrichter vorgeführt. Am Nachmittag will die Staatsanwaltschaft Einzelheiten bekanntgeben.

Fünf Menschen wurden verletzt

Die Feuerwehr wurde am Montag gegen 11:30 Uhr zu dem vierstöckigen Altbau gerufen. Das Feuer war im zweiten Stock des Jugendstilgebäudes in zentraler Lage ausgebrochen. Die Feuerwehr rettete zwei Menschen von einem Balkon. Eine weitere Person hatte zuvor versucht, sich vom Balkon abzuseilen, war dann aber die letzten Meter abgestürzt. Der Mann wurde mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Zudem wurden ein Feuerwehrmann und der mutmaßliche Brandstifter verletzt.

Dauer

Kann das Gebäude weiter bewohnt werden?

Durch den Brand ist nach Polizeiangaben ein Sachschaden von circa 500.000 Euro entstanden. Ob die anderen Wohnungen in dem Gebäude weiter genutzt werden können, steht noch nicht fest. Durch die Löscharbeiten konnte ein Übergreifen des Brandes vom zweiten auf den dritten Stock wie auch auf benachbarte Gebäude verhindert werden.

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