Menschen stauen sich in der großen Eingangstür zum Schwurgerichtssaal des Karlsruher Landgerichtes (Foto: SWR)

Landgericht Karlsruhe Prozess wegen Totschlags eines KSC-Besuchers

Weil er einen KSC-Besucher nach einem Fußballspiel mit einem Faustschlag tödlich verletzt hat, muss sich ein 22-jähriger Mann seit Freitag vor dem Landgericht Karlsruhe verantworten.

Zu Prozessbeginn herrschte großer Andrang vor dem Schwurgerichtssaal am Karlsruher Landgericht. Dort hat der Prozess gegen einen Mann begonnen, der einem 35-Jährigen aus Bruchsal nach einem KSC-Spiel einen tödlichen Faustschlag ins Gesicht versetzt haben soll.

Laut der Anklage des Staatsanwalts hatte der Schlag so große Wucht, dass sein Opfer umgehend das Bewusstsein verlor. Der Mann war dadurch ungebremst mit dem Kopf auf dem Boden aufgeschlagen. Er erlitt so schwere Kopfverletzungen, dass er zwei Tage später im Krankenhaus starb.

Zum Prozessauftakt gab der Angeklagte an, dass er zum Zeitpunkt der Tat Zeitsoldat bei der Bundeswehr in Bruchsal und ausgebildeter Rettungssanitäter war.

Emotionale Aussage der Witwe

Er hatte bereits wegen anderer Gewalttaten ein Anti-Aggressionstraining absolviert. Emotional wurde der erste Verhandlungstag durch die Schilderungen der 34-jährigen Witwe, die von vielen Freunden im Gericht begleitet wurde.

Demnach habe ihr Mann erstmals seit Jahren wieder ein KSC-Spiel im Wildpark besucht. Er sei mitten aus dem Leben gerissen worden, nur ein Jahr vorher hätten sie in Bruchsal gemeinsam ein Haus gebaut.

Die Anklage lautet auf Totschlag. Die Staatsanwaltschaft sieht es als erwiesen an, dass der 22 Jahre alte Beschuldigte unvermittelt und ohne Anlass den Mann so heftig attackiert hat, dass er sofort bewusstlos wurde und mit dem Kopf auf dem Asphalt aufschlug. Zwei Tage später erlag er einem schweren Hirntrauma. Am Landgericht sind drei weitere Verhandlungstage angesetzt - ein Urteil könnte am kommenden Donnerstag fallen.

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