Der Karlsruher Kinderpass (Foto: Pressestelle, Stadtjugenduass)

Kinderpass besonders erfolgreich Karlsruher Erfolge in der Armutspolitik

Die Armutspolitik der Stadt Karlsruhe zeigt deutliche Erfolge. Darauf wurde am Dienstag anlässlich der landesweiten Aktionswoche "Armut bedroht alle" hingewiesen.

Unter dem Motto "Von Daten zu Taten“ haben die Stadt Karlsruhe und die Liga der freien Wohlfahrtspflege den aktuellen Armutsbericht der Stadt vorgestellt. Die Präsentation fand im Rahmen einer Fachtagung zum Thema Armut statt. Susanne Lohse:

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Kinderpass hilft vielen Familien

Die Stadt Karlsruhe hat mit ihrer Strategie demnach spürbare Erfolge erzielt. Sowohl die Zahl der Hartz-IV-Empfänger als auch die der von Armut betroffenen Kinder ist nach den Angaben im aktuellen Armutsbericht innerhalb von zehn Jahren deutlich zurückgegangen. Besonders armutsgefährdet sind laut der Auswertung Alleinerziehende und junge Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung. Besonders gut angenommen werden das Sozialticket und der Kinderpass der Stadt Karlsruhe. Mit Hilfe dieser Angebote erhalten Betroffene Rabatt in öffentlichen Einrichtungen.

"Ich freue mich, dass die Zusammenarbeit zwischen der Stadt und den Sozialverbänden bei uns so gut funktioniert."

Martin Lenz, Karlsruher Sozialbürgermeister

Mehr Teilhabemöglichkeiten gefordert

Zum Auftakt der Aktionswoche "Armut bedroht alle" hatte die Sprecherin der Landesarmutskonferenz, Ulrike Hahn, am Montag auf die fortwährende Armutsgefährdung in Baden-Württemberg hingewiesen. Rund 15 Prozent der Menschen im Südwesten hätten weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens, sagte Hahn. Jeder zweite Armutsgefährdete sei arbeitslos, jeder Dritte alleinerziehend. Auch Kinder, junge Erwachsene und Rentner seien überdurchschnittlich betroffen. Hahn, Vorstandsmitglied des Diakonischen Werks in Baden, warb für eine "Politik des sozialen Ausgleichs". Einkommensunterschiede müssten verringert und Teilhabemöglichkeiten gefördert werden.

100 Veranstaltungen in Baden-Württemberg

Die 16. Aktionswoche steht unter dem Motto "Der Mensch ist mehr als eine Zahl". Nach Angaben der Organisatoren sind mehr als 100 Veranstaltungen im Südwesten geplant, darunter politische Gespräche, Gottesdienste und Aktionen für Alleinerziehende. Die Kampagne wird gemeinsam von der Liga der freien Wohlfahrtspflege und der Landesarmutskonferenz getragen.

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