Karlsruher Forscher und Start-ups arbeiten an Zukunftstechnologie "Noch sind Quantencomputer fehleranfällig"

Große Hoffnungen ruhen auf Quantencomputern, die riesige Datenmengen in kurzer Zeit verarbeiten können - auch bei Wissenschaftlern und Start-Ups in Karlsruhe.

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Deutschland hinkt in der Quantentechnologie noch hinterher. Daher investiert die Bundesregierung in der aktuellen Legislaturperiode 650 Millionen Euro in die Zukunftstechnologie, in der auch das Karlsruher Start-up "HQS" große Chancen sieht.

Michael Marthaler und seine Kollegen entwickeln Algorithmen für künftige Quantencomputer. Das Unternehmen will im Rennen um die neue Technologie vorne dabei sein – mit Software für die Chemie- und Pharmabranche.

Entwicklung neuer Medikamente beschleunigen

Quantencomputer können viele Rechenschritte parallel ausführen, was sie deutlich schneller macht als herkömmliche Computer. Das Karlsruher Start-up programmiert unter anderem Algorithmen, die die Entwicklung von Medikamenten beschleunigen könnten. Zwar seien die Möglichkeiten der Quantencomputer derzeit noch limitiert, doch man wolle jetzt schon die Grundbausteine legen, um später vorne mit dabei zu sein.

Aber noch ist es bis dahin ein weiter Weg. Wolfgang Wernsdorfer vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) wurde für seine Forschungen zum Thema Quantencomputer ausgezeichnet. Es dauere noch 10 bis 15 Jahre, schätzt er, bis ein zuverlässig rechnender Quantencomputer entwickelt sei.

"Auf alle Fälle sind wir noch weit weg von einem echten Quantencomputer, mit dem man astronomisch besser rechnen kann als mit klassischen Computern."

Wolfgang Wernsdorfer, Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

Wolfgang Wernsdorfer arbeitet daran, die fehleranfälligen Quantencomputer zuverlässiger zu machen. Damit Deutschland gegen Nationen wie China oder die USA im Wettbewerb bestehen kann, brauche es Investitionen in die Forschung, außerdem mehr Geld, mehr gute Ideen und mehr Studenten.

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