Kinder im Verein (Foto: dpa Bildfunk, Waltraud Grubitzsch/dpa)

KIT untersucht motorische Leistungsfähigkeit Studie: Immer mehr Kinder bewegen sich immer weniger

Immer mehr Kinder sind in Sportvereinen, das ist gut. Schlecht dagegen: Immer weniger sind aktiv im Alltag. Das hat Folgen, wie eine neue Studie belegt.

80 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland bewegen sich zu wenig. Das ist unter anderem ein Ergebnis einer Studie, die am kommenden Freitag am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) vorgestellt wird.

Immer weniger Aktivität im Freien

Im Vergleich zu Daten aus den Siebzigerjahren hat damit die Leistungsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen um 10 Prozent nachgelassen. Die Studie des KIT, der Pädagogischen Hochschule und des Robert-Koch-Instituts zeigt auch: Noch nie waren so viele Kinder in Sportvereinen, gleichzeitig haben sie sich noch nie so wenig im Alltag bewegt. So hat das Spielen im Freien stark abgenommen.

Negative Folgen offensichtlich

Langzeitanalysen über zwölf Jahre belegen zudem, dass aus übergewichtigen Kindern mit 70-prozentiger Wahrscheinlichkeit auch übergewichtige Erwachsene werden.

"Erfreulich ist, dass die in Schulen und Vereinen organisierte körperlich-sportliche Aktivität in den letzten 15 Jahren um 25 Minuten pro Woche leicht zugenommen hat", erklärt Alexander Woll vom Karlsruher Institut für Technologie. "Gleichzeitig hat jedoch das unorganisierte Sporttreiben und das Spielen im Freien im selben Zeitraum stark abgenommen."

Viele im Verein, und dennoch inaktiv wie nie

Allerdings könne die leichte Zunahme der organisierten körperlichen Aktivität nicht den Rückgang in der Alltagsaktivität kompensieren. Resultat: Noch nie waren so viele Kinder im Sportverein, gleichzeitig war Bewegungsmangel noch nie so ein großes Problem wie heute.

STAND