Waage für Experiment KATRIN am KIT (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

"KATRIN" am Karlsruher Institut für Technologie Masse von Neutrinos erstmals genauer bestimmt

Einer internationalen Gruppe von Wissenschaftlern am KIT ist es gelungen, die Masse von Neutrinos genauer als je zuvor zu bestimmen. Die Masse von Neutrinos liegt danach bei weniger als einem Elektrovolt.

Das sei im Vergleich zu früheren Messungen eine Verbesserung der Genauigkeit um den Faktor zwei, so das Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Die Masse eines Neutrinos sei damit mindestens 500.000 mal kleiner als die eines Elektrons. Neutrinos sind die kleinsten Bausteine des Universums.

20 Institute aus 7 Ländern, darunter die USA und Russland, beteiligen sich am KATRIN-Experiment, einem Projekt der physikalischen Grundlagenforschung. Die Abkürzung steht für Karlsruhe Tritium Neutrino Experiment. Im Einsatz ist eine 70 Meter lange Waage, die als die genaueste Waage der Welt gilt. Gelöst werden soll eine der größten Fragen der Naturwissenschaft, nämlich ob Neutrinos eine Masse besitzen. Planung und Aufbau des Experimentes in einem 200 Tonnen schweren Tank haben mehr als 15 Jahre gedauert und kosteten 60 Millionen Euro.

Forscher erhoffen sich Erkenntnisse zu "Dunkler Materie"

Es gibt mehr Neutrinos als Atome im Universum. Sie werden auch Geisterteilchen genannt, denn sie durchdringen fast alles, reagieren kaum mit anderer Materie und sind so klein und leicht, dass die Wissenschaft lange Zeit glaubte, sie hätten keine Masse.

Heute weiß man: Die Summe aller Neutrinos könnte erheblich zur Gesamtmasse des Universums beitragen und zum Beispiel einen wichtigen Anteil an der geheimnisvollen "Dunklen Materie" haben. Physiker erhoffen sich von Erkenntnissen über die Masse von Neutrinos Rückschlüsse auf die Entstehungsgeschichte der Welt.

STAND