Sechs Männer wegen fingierter Unfälle vor dem Baden-Badner Amtsgericht (Foto: SWR)

Juristisches Nachspiel für Versicherungsabzocke Haftstrafe für fingierte Autounfälle

Im Betrugs-Prozess um absichtlich herbeigeführte Autounfälle ist am Montag der Hauptangeklagte vor dem Baden-Badener Landgericht zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und acht Monaten verurteilt worden. Die drei anderen Angeklagten erhielten Bewährungsstrafen.

Die Angeklagten hatten im Laufe des Verfahrens zugegeben, vor etwa zehn Jahren mindestens 35 Autounfälle in unterschiedlichen Ländern verursacht zu haben, um die Versicherungssummen zu ergaunern. Möglicherweise habe es sogar weit über 100 solcher Unfälle gegeben, so das Gericht. Der Gesamtschaden lag bei etwa einer halben Million Euro.

Gericht bleibt unter der Forderung der Staatsanwaltschaft

Während der Verhandlung hatte man sich auf einen sogenannten Deal verständigt. Die Angeklagten gestanden einen Großteil der Taten und erhielten dafür lediglich ein Mindestmaß an Strafe. Der Hauptangeklagte entschuldigte sich für seine Taten. Ein Großteil des ergaunerten Geldes ist aber wohl verloren.

Der Staatsanwalt hatte in seinem Plädoyer für den Hauptangeklagten eine Haftstrafe von zwei Jahren und 10 Monaten gefordert. Für die weiteren Angeklagten forderte er Bewährungsstrafen. Die Verteidigung bat um milde Urteile. Weil die Beschuldigten ihren Wohnsitz zum Tatzeitraum teils in Baden-Baden hatten, wurde der Fall dort verhandelt.

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