Zwei internationale Studierende sitzen vor dem Karlsruher Schloss (Foto: Pressestelle, Stadt Karlsruhe)

Zum Behörden-Praktikum in der Fächerstadt Internationale Studierende: "Mini-Europa in Karlsruhe"

In Karlsruhe gibt es seit fast 50 Jahren einen internationalen Studierendenaustausch. Junge Leute - vor allem aus den Karlsruher Partnerstädten - erhalten den ganzen August über Einblick in die Arbeit städtischer Behörden.

In diesem Jahr arbeiten 17 Studierende in unterschiedlichen Abteilungen der Stadt mit. Unter anderem auch Jonas Nimam: Der 19-jährige Student kommt aus Nancy in Frankreich. In Karlsruhe lernt er alle Bereiche der Arbeitsförderungsbetriebe kennen. Er darf bei den Beratungsgesprächen mit Arbeitssuchenden dabei sein und lernt viel über das deutsche Sozialsystem. "So erfahre ich, welche Probleme Langzeitarbeitslose haben können, was man für sie tun kann. Und so verstehe ich auch besser, wie das alles in Deutschland funktioniert - vorher hatte ich gar keine Ahnung davon", erklärt Jonas.

Dauer

Nach Feierabend ist Zeit für Völkerverständigung

Die 17 jungen Studierenden kommen aus vielen Ecken Europas, von Großbritannien über Kroatien und Rumänien bis Russland. Eine sehr bunte Mischung - sie alle haben ihren Praktikumsplatz, aber auch nach Feierabend ist Zeit für Völkerverständigung. "Es ist eine sehr coole Truppe, wir verstehen uns sehr gut. Mir gefällt es, Menschen aus vielen verschiedenen Ländern kennenzulernen, mit denen ich auch nach dem Praktikum Kontakt halten werde", erzählt der Student aus Frankreich.

Die Studierenden arbeiten in den unterschiedlichsten Bereichen: Im Kultur- oder Hauptamt, aber auch im Zoo oder bei der Berufsfeuerwehr. Im Rathaus Neureut arbeitet Charlotte Robinson, 20 Jahre alt, aus Nottingham in England. Besonders gefällt ihr es, an der Rezeption zu arbeiten und direkt in Kontakt mit den Bürgern zu kommen. In Deutschland fühlt sie sich wohl:

"Wir sind alle hier, um mehr von Deutschland zu erfahren"

Charlotte, internationale Studierende aus Nottingham

Mit jungen Menschen aus anderen Ländern in Kontakt zu kommen, findet Charlotte sehr wichtig, insbesondere in einem zusammenwachsenden Europa. Die 17 Studenten wohnen alle in derselben Jugendherberge und unternehmen auch jedes Wochenende etwas zusammen. So entstehen auch einige internationale Freundschaften. "Ein paar von uns haben auch schon gesagt, dass wir uns gegenseitig besuchen. Eine Freundin von mir wohnt in Kroatien, wenn ich sie dort besuche, habe ich meinen eigenen Tourguide."

Nach diesen vier Wochen werden die internationalen Studierenden alle viel über Deutschland gelernt haben. Aber auch viel über andere Nachbarländer. Ein bisschen Klein-Europa in einer Stadt - das meint auch die 20-Jährige aus Nottingham: "Wir sind alle Freunde - es ist egal, woher man kommt. Wir sind alle hier, um zu erfahren, was Deutschland ist, wie die Sprache ist. Das ist ein Mini-Europa in Karlsruhe"

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