Influencerin Pamela Reif mit ihrem Anwalt vor Gericht (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Uli Deck/dpa)

Entscheidung am Landgericht Karlsruhe Influencerin Pamela Reif muss Verlinkungen als Werbung kennzeichnen

Die Karlsruher Influencerin Pamela Reif darf auf ihren Instagram-Fotos keine Marken verlinken, ohne das als Werbung zu kennzeichnen. Nach Ansicht des Karlsruher Landgerichts müssen junge Follower geschützt werden.

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19:30 Uhr
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SWR Fernsehen BW

Die 22-jährige Karlsruherin Pamela Reif gehört mit mehr als vier Millionen Followern zu den deutschen Stars bei Instagram. Auf ihren Fotos präsentiert sie neben sich selbst vor allem Kleidung - und verlinkt häufig die jeweiligen Marken mit sogenannten "Tap Tags". Mit einem Klick auf einen solchen Tag gelangt man zum Instagram-Account des Markenherstellers.

Das Karlsruher Landgericht hat am Donnerstag entschieden, dass Reif Posts mit solchen Verlinkungen als Werbung kennzeichnen muss - auch dann, wenn sie für das Bild nicht bezahlt wird. Bisher hat Reif ihre Posts nur dann als Werbung gekennzeichnet, wenn sie explizit dafür bezahlt wurde. Ihrer Meinung nach sind alle andere Posts privat und damit nicht kennzeichnungspflichtig, auch wenn "Tap Tags" enthalten sind. Dieser Haltung erteilten die Richter am Donnerstag eine klare Absage.

Richter: Auch scheinbar private Posts befördern Geschäfte

"Indem die Nutzer durch nur zwei Klicks auf die Herstellerseite gelangen, werden Image und Absatz des jeweiligen Herstellers gefördert", heißt es in der Urteilsbegründung. Eine Kennzeichnung als Werbung sei auch deshalb nicht entbehrlich, weil nicht alle Follower den werblichen Charakter von Influencer-Profilen einschätzen könnten. Das gelte gerade für die teils sehr jungen Follower von Reif. Auch scheinbar private Posts würden immer dazu beitragen, das Image der Influencerin zu pflegen und somit ihre Geschäfte zu fördern.

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Reif will in Berufung gehen

Der Verband Sozialer Wettbewerb mit Sitz in Berlin hatte eine Unterlassungsverfügung gegen Reif erwirkt. Die 22-Jährige lebt von ihren Instagram-Aktivitäten. Sie werde gegen das Urteil in Berufung gehen, kündigte ihr Anwalt an.

Letzte Klarheit, was Influencer in Sozialen Medien dürfen, muss jedoch wohl ein höchst richterliches Urteil des Bundesgerichtshofes bringen. Denn aktuell stehen noch weitere Urteile über Influencer aus, etwa über Cathy Hummels.

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