Drei Kinder mit Schultüte sind von hinten zu sehen (Foto: dpa Bildfunk, Thomas Warnack)

Hunderte zusätzliche Kita-Plätze Pforzheim kritisiert Einschulungsplan des Landes

Drei Monate früher als bisher soll der Stichtag für die Einschulung sein - das sieht ein Beschluss der Landesregierung vor. Die Kommunen müssten hunderte neuer Kindergarten-Plätze schaffen.

Ein Viertel eines Kita-Jahrgangs würde erst ein Jahr später eingeschult werden, sollte die Regelung im nächsten Jahr eingeführt werden. Das bedeutet zum Beispiel für Pforzheim: mehr als 300 Kinder bleiben ein Jahr länger in den Kitas.

Drei Millionen Euro für zusätzliche Kita-Plätze

Diese Plätze würden dann für die nachrückenden Jahrgänge fehlen, kritisiert Pforzheims Sozialdezernent Frank Fillbrunn (FDP). Alle bisherigen Ausbaupläne würden hinfällig. Drei Millionen Euro jährlich müsste die klamme Stadt aufbringen, um die zusätzlichen Plätze zu schaffen. Gehe man von 320 Kindern aus, die ein Jahr länger in der Kita bleiben, so entspricht dies drei bis vier großen Einrichtungen, die zusätzlich zum laufenden und bereits geplanten Kita-Ausbau geschaffen werden müssen, so die Berechnungen der Stadt.

"Es kann nicht sein, dass eine derartig weitreichende Entscheidung bereits für 2020/21 getroffen wird, ohne dass die Kommunen einbezogen werden.“

Frank Fillbrunn (FDP), Pforzheimer Sozialdezernent

Die kommunalen Landesverbände hätten sich inzwischen an Kultusministerin Eisenmann (CDU) gewandt und auf die Probleme hingewiesen, so Pforzheims Oberbürgermeister Peter Boch (CDU). Sollte das Gesetz wie geplant verabschiedet werden, fordert Boch das Land auf, die Mehrkosten zu übernehmen. Sinnvoll wäre es außerdem, den Kommunen mehr Zeit zu geben, die eigenen Kita-Planungen auf eine neue Stichtagsregelung umzustellen.

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