Verfallene Gräber auf dem Friedhof in Portet-sur-Garonne (Foto: Pressestelle, Kultusministerium Baden-Württemberg)

Unterzeichnung in Karlsruhe Vereinbarung zum Gedenken an deportierte Juden

Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und das Saarland wollen sich gemeinsam um die Pflege von Gräbern deportierter Juden in Frankreich kümmern. In Karlsruhe haben sie eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet.

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Sendedatum
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18:00 Uhr
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SWR Fernsehen RP

Gemeinsam mit der baden-württembergischen Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU), unterzeichneten der rheinland-pfälzische Kultusminister Konrad Wolf (SPD) und die Abgesandte des Ministeriums für Bildung und Kultur des Saarlandes, Kathrin Andres die historische Vereinbarung, mit der das Gedenken an die 6.676 Deportierten jüdischen Mitbürger auch in Zukunft gesichert werden soll.

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Neues Informationszentrum in Gurs

"Die Versorgung des Friedhofs im südfranzösischen Gurs ist in den vergangenen Jahrzehnten auf kommunaler Basis erfolgt und teils nur mit Ach und Krach möglich gewesen".

Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup

Mit den nun vereinbarten Mitteln sollen auch die übrigen Gräber auf den bis zu 50 Friedhöfen von Bordeaux bis Perpignan gepflegt werden können. Außerdem soll vor Ort in Gurs ein Informationszentrum entstehen, sowie eine Wanderausstellung zum Thema in zahlreichen deutschen Städten gastieren.

6.000 Juden aus dem Südwesten

Die baden-württembergische Kultusministerin Susanne Eisenmann begrüßte die Vereinbarung. In einer Zeit, in der Antisemitismus wieder an Präsenz in der Gesellschaft gewinne. Das Kuratorium zur Grabmalpflege soll in Stuttgart angesiedelt werden und mit Mitteln aus den drei Ländern ausgestattet werden. Allein Baden-Württemberg beteiligt sich mit 120.000 Euro im Jahr.

Die Vertreter der Länder Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und des Saarlandes unterzeichnen die Vereinbarung  (Foto: SWR)
Unterzeichnung der Vereinbarung durch die Minister der Länder im Karlsruher Rathaus

Im Oktober 1940 wurden Juden aus Baden, dem heutigen Rheinland-Pfalz und dem heutigen Saarland nach Südfrankreich in das Lager Gurs deportiert. Nur wenige von ihnen überlebten den dortigen Aufenthalt und den anschließenden Transport in die Vernichtungslager.

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