Gegen das Vergessen Zeitzeuge Shlomo Graber in Rastatt

Dauer

Sie werden immer weniger - diejenigen, die den Nazi-Terror in den Konzentrationslagern am eigenen Leib erlebt haben. Wer wissen will, wie es damals wirklich war, sollte ihre Geschichten hören.

Zum Beispiel die von Shlomo Graber. Der 93-Jährige hat den Holocaust überlebt und hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Erinnerung daran zu wahren. Er war Zeitzeuge auf Einladung zweier Schulen in Rastatt.

Volles schlohweißes Haar, wache blaue Augen und ein verschmitztes Lächeln – das ist Shlomo Graber. Als der 93-Jährige vom Überlebenskampf der KZ-Insassen erzählt, ist es in der vollbesetzten Rastatter Reithalle mucksmäuschenstill.

Er überlebte drei Konzentrationslager

Der in Russland geborene und in Ungarn aufgewachsene Jude hat gleich drei Konzentrationslager der Nazis überlebt: Ausschwitz, Fünfteichen und Görlitz. Knapp acht Jahrzehnte danach, will er vor allem bei Jugendlichen die Erinnerung daran bewahren.

Mit 14 Jahren wurden Shlomo Graber und seine Familie von den Nazis aus Ungarn ins KZ Ausschwitz verschleppt. Er wurde Zeuge unbeschreiblicher Gräueltaten. Unter anderem war er bei einem der berüchtigten Todesmärsche dabei. Hass oder Groll auf Deutschland und die Deutschen empfindet er trotzdem nicht.

Die Schüler sind tief berührt

Die Neunt – und Zehntklässler in der Rastatter Reithalle sind von den Erzählungen des Zeitzeugen tief berührt. Der Schrecken der Nazizeit, sonst mehr oder weniger trocken im Geschichtsunterricht behandelt, bekommt für die Schüler ein reales Gesicht.

Auch wenn Shlomo Graber in der Nazizeit fast seine gesamte Familie verloren hat, seine Lebensfreude und den Glauben an das Leben konnten ihm die Nazis nicht nehmen. Vielleicht auch ein Grund, warum seine Botschaft bei den Schülern ankommt.

AUTOR/IN
STAND