In einem umgebauten Transporter ist der rollende Supermarkt untergebracht (Foto: SWR)

Einkaufen auf dem Land wieder möglich "Siegfrieds rollender Supermarkt" in Kraichtal

Wer kein Auto hat und auf dem Land lebt, ist beim Einkaufen auf Hilfe angewiesen. Die kommt in Kraichtal ab jetzt in Gestalt von "Siegfrieds rollendem Supermarkt".

In Kraichtal-Bahnbrücken (Kreis Karlsruhe) leben nicht einmal 700 Menschen. Das Dorf hat keinen Metzger, nur einen Teilzeitbäcker und sonst keine Möglichkeit, ortsnah einzukaufen.

Montag ist ab sofort Einkaufstag in Bahnbrücken

Deshalb war die Freude groß, als am Montagvormittag erstmals der rollende Supermarkt vorfuhr. Er ersetzt das alte Capmobil der Lebenshilfe Bruchsal, das im Dezember seinen Dienst aus Kostengründen einstellen musste. Gleich drei Haltepunkte hat "Siegfrieds rollender Supermarkt" in Bahnbrücken, unter anderem beim alten Rathaus. Wo sonst eher nicht so viel los ist, bildete sich am Montag zum ersten Mal eine Menschenschlange.

Dauer

Bürgermeister war "Ideengeber"

Zu verdanken ist das auch Bürgermeister Ulrich Hintermayer. Er hatte sich unter Bürgermeisterkollegen umgehört und war so auf Siegfried Guggolz aus Kürnbach gestoßen. Der zieht schon seit sechs Jahren mit seinem rollenden Supermarkt über Land. Bisher allerdings eher im Enzkreis oder noch weiter Richtung Ludwigsburg. Die Kraichtal-Orte Oberacker und Bahnbrücken sind jetzt seine ersten beiden Stationen im Landkreis Karlsruhe.

Tante Emma Laden auf Rädern

Der rollende Supermarkt ist eine Art Tante-Emma-Laden auf Rädern. Gerade mal 15 Quadratmeter Landenfläche hat der Transporter. Siegfried Guggolz hat ihn bis unters Dach mit Regalen ausgebaut, sogar eine Eisbox und eine Kühltheke sind an Bord. Sage und schreibe 2.000 Artikel, vom Saisongemüse bis zur Zahnpasta, kann Siegfried anbieten. Dazu frisches Obst und Gemüse der Saison, aber auch Backwaren, Eier oder Fernsehzeitschriften.

Auf dem Beifahrersitz von "Siegfrieds rollendem Supermarkt" türmen sich die Brotlaibe (Foto: SWR)
Auf dem Beifahrersitz von "Siegfrieds rollendem Supermarkt" türmen sich die Brotlaibe

45 Dörfer werden angerollt

Sein erster Auftritt in Bahnbrücken kam jedenfalls gut an, die Kundschaft war zufrieden. Und auch für den fahrenden Lebensmittelhändler scheint die Rechnung aufzugehen. Wo dem Capmobil der Lebenshilfe im Dezember aus finanziellen Gründen die Luft ausging, kann er als Einzelunternehmer weitermachen. Seine Erklärung: Guggolz bedient nicht nur ein gutes Dutzend Gemeinden, sondern er ist jeden Werktag unterwegs. 45 Dörfer werden dank ihm versorgt, zwischen Mühlacker und Bretten.

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