Drogenkonsumraum in Hamburg (Foto: dpa Bildfunk, Foto: Christophe Gateau)

Drogenkonsumraum kann kommen Landesverordnung ermöglicht "Fixerstube" in Karlsruhe

Mit der Kabinettsentscheidung am Dienstag hat die Stadt Karlsruhe die Genehmigung für den landesweit ersten öffentlichen Drogenkonsumraum erhalten.

Karlsruhe kann endlich loslegen

Das grün-schwarze Kabinett hat lange gebraucht für eine Entscheidung. Nach Monaten des Ringens wurde die Verordnung für den landesweit ersten Drogenkonsumraum einstimmig beschlossen. Das bestätigte eine Sprecherin des Sozialministeriums am Dienstag in Stuttgart. Die Verordnung sollte ursprünglich schon Anfang des Jahres verabschiedet werden. Die Stadt Karlsruhe wartet seit knapp einem Jahr auf die Landesverordnung um den geplanten ersten Drogenkonsumraum im Land einzurichten.

Dauer

Hygienische Bedingungen und Aufsicht

In der geplanten "Fixerstube" sollen Schwerstabhängige mitgebrachte Rauschmittel wie Heroin konsumieren können - unter hygienischen Bedingungen und unter Aufsicht. Die Stadt Karlsruhe will in Kontakt mit den Abhängigen kommen, außerdem sollen Anwohner entlastet werden, die unter der illegalen Drogenszene - zum Beispiel am Werderplatz in der Südstadt- leiden würden. Der Gemeinderat hatte vor einem Jahr einstimmig für das Projekt gestimmt. In der grün-schwarzen Landesregierung war es umstritten.

Verbesserung für Süchtige und Anwohner

Die Karlsruher Drogenbeauftragte Cordula Sailer begrüßte den Kabinettsbeschluss. Sie hofft auf eine deutliche Besserung der schwierigen Situation unter anderem am Werderplatz. Schon der im vergangenen September eröffnete Alkoholkonsumraum für Suchtkranke habe - als Teil des Konzeptes - zu einer Entlastung geführt. Der Drogenkonsumraum soll weiter weg vom Werderplatz an einen schon bestehenden Kontaktladen für Suchtkranke in der Karlsruher Kriegsstraße angedockt werden, ein Nebenraum soll entsprechend umgebaut werden.

Verordnung ist befristet und beschränkt

Die jetzt beschlossene Verordnung ist zunächst auf drei Jahre befristet. Drogenkonsumräume sind nur vorgesehen in Städten mit mehr als 300 000 Einwohnern - neben Karlsruhe nur noch Mannheim und Stuttgart im Land. Mannheim hatte bereits im vergangenen Sommer Interesse an der Einrichttung eines Drogenkonsumraums gezeigt. Verschiedene Verbände, wie die Landesstelle für Suchtfragen, kritisieren die Einschränkung, denn größere Drogenszenen gebe es auch Städten mit weniger als 300.000 Einwohnern, wie etwa in Freiburg, Ulm und Pforzheim.

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