Stillende Mütter protestieren vor einem Kalrsruher Cafe´gegen Diskriminierung (Foto: SWR)

Cafébetreiber sieht Interessenkonflikt Streit in Karlsruhe: Dürfen Mütter im Café stillen?

Rund 25 stillende Mütter haben am Mittwochmittag vor einem Karlsruher Café demonstriert, in dem das Stillen kritisch gesehen wird. Der Cafébetreiber fühlt sich missverstanden.

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Der Protest hat eine Vorgeschichte: So sollen zwei Mütter mit ihren Kindern beim Verlassen des Cafés bei ihrem letzten Besuch darauf hingewiesen worden sein, dass stillende Mütter in dem Café nicht erwünscht wären. "Gehen Sie bitte das nächste Mal woanders hin", soll die Cafébesitzerin den beiden Müttern gesagt haben. Gegen dieses Hausverbot und eine damit verbundene Diskriminierung von stillenden Müttern richtet sich der Protest.

Stillende Mütter pochen auf ihr Grundrecht

"Wenn ich mein Kind stille, stille ich seinen Hunger, somit stille ich ein Grundbedürfnis. Das sollte ich überall machen dürfen, wenn das Kind Hunger hat!"

Verärgerte Mutter

Der Geschäftsführer des Cafés, Michael Brenner, verweist darauf, dass grundsätzlich auch in seinem Café Kinder gestillt werden dürften. Es sei in diesem speziellen Fall gar nicht um die stillenden Mütter, sondern um andere, lärmende Kinder gegangen, durch die sich die zumeist älteren Gäste gestört gefühlt hätten.

"Die dürfen bei mir selbstverständlich stillen, nur wenn ein Gast am Nebentisch vor Scham nicht weiß, wo er hingucken soll, dann habe ich den Interessenkonflikt."

Geschäftsführer Michael Brenner

Der Geschäftsführer betont, er müsse beiden Seiten gerecht werden. Bevor die Gäste davonlaufen, müsse es doch einen Weg geben, etwas dezenter zu stillen, meint Brenner. Zumal auch viele ältere Damen für das Stillen in der Öffentlichkeit kein Verständnis hätten.

Der Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) in Karlsruhe hat sich in den Konflikt eingeschaltet und bittet um gegenseitiges Rücksichtnahme. Auch der Deutsche Bundestag hat sich bereits mit dem Thema befasst und kommt zu dem Ergebnis, dass das Stillen in einer Gaststätte grundsätzlich erlaubt sei. Andererseits könne ein Gastwirt von seinem Hausrecht Gebrauch machen, wenn es zuvor nicht bereits zu einem Bewirtungsvertrag gekommen sei.

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