Polizei klärt Missbrauchsfall nach 20 Jahren auf (Foto: picture-alliance / Reportdienste)

DNA-Spuren überführen Täter Pforzheimer Missbrauchsfall nach über 20 Jahren aufgeklärt

Nach dem sexuellen Missbrauch eines Kindes im Jahr 1997 hat die Polizei einen Verdächtigen festgenommen. Der Mann hat die Tat gestanden.

Dem Verdächtigen wird vorgeworfen, eine damals Neunjährige mit einem Messer bedroht und in einen Keller gedrängt zu haben. Dort soll er sich sexuell an ihr vergangen haben. Am Tatort fand die Polizei damals DNA-Spuren. Dieselbe DNA tauchte in der Folge zwei Mal auch an der Kleidung von Frauen in Karlsruhe auf, die sich von einem unbekannten Passanten bedrängt gefühlt hatten.

Festnahme im vergangenen Frühjahr

Im April 2018 fasste die Polizei den Verdächtigen in einem Karlsruher Einkaufszentrum. Dort soll der heute 55-Jährige versucht haben, ein Mädchen in einer Umkleidekabine zu filmen. Bei dem Mann entdeckten die Ermittler mehrere Plastikspritzen, die mit Sperma der Tat-DNA befüllt waren.

Weitere Taten zugeordnet

Durch DNA-Abgleich habe man ihm neben der Tat von 1997 zwei weitere zuordnen können, so die Polizei. Am Silvestertag des Jahres 2014 habe eine Frau eine Straße in Karlsruhe überquert und sei dabei von einem dicht aufschließenden Mann verfolgt worden. Später habe die Frau Spermaspuren an einem Hosenbein entdeckt. Am 14. April 2018 habe ein 13-jähriges Mädchen beim Warten in einer Schlange vor einem Schnellimbissrestaurant eine ähnliche Tat erlebt.

Geständnis in der Vernehmung

Bei einer Vernehmung durch die Pforzheimer Kriminalpolizei in der vergangenen Woche habe der Mann, der nach Angaben der Staatsanwaltschaft mangels Haftgründen auf freiem Fuß blieb, die Taten gestanden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft ist die Tat von 1997 nicht verjährt, weil die 20-jährige Verjährungsfrist bei einer solchen Straftaten erst mit dem 30. Geburtstag des Opfers beginne.

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