190 Kilometer hoch wäre der Stapel, würde man all das verbrauchte Papier der Bundesregierung aufeinander legen. (Foto: dpa Bildfunk)

Bundesweiter Wettbewerb "Papieratlas": Kreis Karlsruhe bei Recyclingpapier vorne

Beim Einsatz von Recyclingpapier in der Verwaltung ist der Landkreis Karlsruhe bundesweit vorne mit dabei. Dafür wurde er jetzt mit dem "Papieratlas 2019" ausgezeichnet.

Im Kreiswettbewerb kommt der Landkreis Karlsruhe auf Platz neun. Das teilte die von zahlreichen Unternehmen getragene Initiative Pro Recyclingpapier (IPR) am Dienstag in Berlin mit. Die beiden Aufsteiger des Jahres kommen aus Baden-Württemberg: Die Städte Karlsruhe und Baden-Baden steigerten den Anteil von Recyclingpapier im Vergleich zum Vorjahr um jeweils mehr als 42 Prozent. Unter den Hochschulen belegt die Universität Hohenheim den dritten Platz. Heidelberg belegt im Städteranking Platz sieben.

"Alle wollten nur das hochweiße, strahlende Papier."

Bettina Lisbach, Bürgermeisterin für Umwelt in Karlsruhe

Karlsruhes Bürgermeisterin Bettina Lisbach (Grüne) sagte im Gespräch mit dem SWR, es sei ein langer Weg bis zur Auszeichnung gewesen. Es habe viele Widerstände gegeben, besonders in der Politik und in der Verwaltung. Schrittweise habe man aber auf Recylingpapier umgestellt, angefangen in Schulen. Seit 2016 gebe es eine Dienstanweisung des Karlsruher Oberbürgermeisters, Frank Mentrup (SPD), die alle Ämter im Rathaus verpflichtet, Recyclingpapier einzusetzen, erklärte Lisbach.

An der Erhebung zum "Papieratlas" nahmen 102 Städte, 36 Landkreise und 45 Hochschulen teil. Das IPR erstellt den "Papieratlas" seit 2008, um die Verwendung von Recyclingpapier mit dem Blauen Engel in Städten voranzubringen. Seit 2016 können sich Hochschulen und seit 2018 Landkreise beteiligen.

Immer mehr Hochschulen setzen auf Recycling-Papier

Der Anteil des Recycling-Papiers mit dem Siegel Blauer Engel in vielen Städten, Gemeinden und Universitäten steigt. In den 102 Städten, die sich am neuen "Papieratlas" beteiligten, setzten Behörden und Verwaltung inzwischen zu rund 89 Prozent auf das Papier mit dem staatlichen Umweltsiegel - ein neuer Spitzenwert, wie die Initiative Pro Recyclingpapier am Dienstag mitteilte. Bei den 45 teilnehmenden Hochschulen lag der Anteil bei gut 70 Prozent.

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