Ein Zug von Abellio (Foto: dpa Bildfunk, Archivbild)

Bombardier liefert Züge nicht Bahnbetreiber Abellio durch Lieferengpass unter Druck

Das private Bahnunternehmen Abellio geht Anfang Juni auf Strecken zwischen Heidelberg, Pforzheim und Stuttgart in Betrieb - die dafür bestellten Züge muss es sich aber ausleihen.

Grund sind Lieferengpässe des Zulieferers Bombardier. Man stelle die Glaubwürdigkeit der Informationspolitik des Unternehmens in Frage, hieß es in einer Erklärung von Abellio. Bombardier sei im Zusammenhang mit der Lieferung von 16 bestellten Zügen bereits zwei Mal wortbrüchig geworden. Nun erwartet der private Bahnbetreiber die bestellte Lieferung bis Ende August.

Geliehene AVG-Züge sollen Engpass überbrücken

Bis dahin muss sich Abellio mit geliehenen Fahrzeugen behelfen. Verhandlungen mit verschiedenen Bahnbetreibern laufen. Die Albtalverkehrsgesellschaft (AVG) in Karlsruhe hat bestätigt, dass ab dem 9. Juni vier Fahrzeuge ausgeliehen werden sollen. Die Verträge für den Verleih der gelben S-Bahnen würden derzeit ausgearbeitet. Er sei allerdings nur für einen begrenzten Zeitraum von maximal vier Monaten möglich, so ein AVG-Sprecher gegenüber dem SWR.

"Wir hoffen inständig, dass Bombardier den Produktionsverzug schnell aufholt und für umgehende Lieferung und Zulassung der Fahrzeuge sorgt."

Hannelore Schuster, Sprecherin von Abellio

Betriebsstart mit Einschränkungen bei Abellio

Der Betriebsstart auf den neuen Strecken am 9. Juni sei grundsätzlich nicht in Gefahr, so Abellio. Allerdings kann es zu Einschränkungen beim Platzangebot kommen. S-Bahnen der AVG beispielsweise bieten weniger Sitzplätze als die eigentlich für die neue Strecke vorgesehenen neuen Züge.

Trotz der Probleme will Abellio noch im Sommer zwischen Heidelberg, Pforzheim und Stuttgart zum Regelbetrieb übergehen. Bereits ab Dezember 2019 und ab Juni 2020 will das Unternehmen zusätzliche Linien betreiben.

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