Großer Bohrturm auf Bahn-Baustelle Tunnel Rastatt (Foto: SWR)

Bahn untersucht Untergrund Bohrmaschine im Tunnel Rastatt vor der Bergung

Mit Bohrungen untersucht die Deutsche Bahn den Baugrund im Tunnel Rastatt, um die havarierte Oströhre sanieren zu können. Im August 2017 musste die Tunnelbohrmaschine in der Röhre einbetoniert werden.

Bis in rund 50 Meter Tiefe wird derzeit entlang der abgesackten Tunneldecke gebohrt. Es geht um die Festigkeit des Untergrunds und um Grundwasser. Bevor die Arbeiten zur Bergung der Tunnelbohrmaschine Wilhelmine im übernächsten Jahr beginnen, müssen die Voraussetzungen bekannt sein. Die Bahn weiß nach eigenen Angaben immer noch nicht, wie es dazu kommen konnte, dass der Boden über der Tunnelbaustelle einbrach.

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Tunnelbohrer wird in Stücken aus dem Bohrloch geholt

Man habe aber jetzt ein Konzept zur Bergung des knapp einhundert Meter langen Bohrgeräts, erklärte die Projektleiterin Miriam Puls dem SWR. Wilhelmine soll in offener Bauweise, also von oben, freigelegt und dann in kleine Teile zerschnitten, aus dem Bohrloch heraus gehoben werden. Über die Kosten machte die Bahn keine Angaben. Die beiden Tunnelröhren unter der Rheintalbahn bei Rastatt waren ursprünglich einmal mit 700 Millionen Euro veranschlagt worden.

Rheintalstrecke musste damals gesperrt werden

Im August 2017 musste die östliche der beiden Röhren auf einer Länge von 160 Metern mit Beton verfüllt werden, nachdem sich der Boden samt Schienen direkt über der Baustelle abgesenkt hatte. In der Folge musste auch die Rheintalstrecke, die an dieser Stelle über die Baustelle führt, für mehr als zwei Monate gesperrt werden, was zu erheblichen Behinderungen im Bahnverkehr geführt hatte.

Tunnel soll in offener Bauweise beendet werden

Die Tunnelbohrmaschine Wilhelmine in der havarierten Oströhre soll komplett freigelegt werden. Danach wird der Beton weggemeißelt, die Maschine wird auseinander geschweißt und in Stücken herausgehoben. Danach will die Bahn die östliche Tunnelröhre in offener Bauweise fertig stellen. Allerdings soll zunächst die Weströhre fertig gebaut werden. Die Bohrmaschine dort soll ihre Arbeit im kommenden Jahr beenden.

Schlichtungsverfahren erst im kommenden Jahr beendet

Unterdessen dauert das Schlichtungsverfahren um die Havarie zwischen der Bahn und der Arbeitsgemeinschaft Tunnel ARGE auch mehr als zwei Jahre nach dem Unfall an. Laut Bahn sei frühestens im kommenden Jahr mit einem Ergebnis zu rechnen. Mit dem Schlichtungsverfahren wollen alle Beteiligten langwierige Gerichtsverfahren vermeiden.

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