30 Jahre Mauerfall Wie die Feuerwehren Krauschwitz und Ottersweier Freunde wurden

7 5 8 3 - diese Postleitzahl existierte damals in West- und Ostdeutschland. Und genau diese vier Ziffern waren kurz nach dem Mauerfall der Anstoß für die Feuerwehr in Krauschwitz, einen Partner in Westdeutschland zu suchen.

Im Februar 1990 - drei Monate nach dem Mauerfall - landete ein handgeschriebener Brief auf dem Schreibtisch von Manfred Hechinger. Er war damals Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr in Ottersweier. Zu dem Zeitpunkt wusste er nicht, wie er mit dem Brief seines Amtskollegen Günter Röhle aus Krauschwitz umgehen sollte:

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Ein viertel Jahr lang hat die Antwort der Feuerwehr Ottersweier gebraucht. Letztlich waren alle Kameraden der gleichen Meinung: "Wir wollen eine Verbindung mit der DDR aufbauen", hieß es in dem Antwortbrief vom Mai 1990 an die Feuerwehrkameraden in Sachsen.

Unruhige Zeiten: Das erste Kennenlernen musste auf sich warten lassen

Wegen der bevorstehenden Währungsunion wollten die Feuerwehrmänner aus Krauschwitz noch keine Reise ins mehr als 700 Kilometer entfernte Ottersweier machen. Sie wollten damals nicht als Bettler erscheinen, schrieb er im zweiten Brief:

"Es ist schon schwer in einer so gesetzlosen Zeit, wo keiner weiß wo es lang geht, alle Kameraden fürchten um ihren Arbeitsplatz". Der Dialog wurde jedoch aufrecht erhalten und dann kam es 1991 endlich zu dem ersehnten gegenseitigen Besuch:

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"Wir waren gleich Feuer und Flamme füreinander – nicht nur als Feuerwehrmänner, sondern als Menschen."

Manfred Hechinger, Freiwillige Feuerwehr Ottersweier

Mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede

Die Feuerwehr in Krauschwitz war von ihrer Ausstattung weit hinter dem Standard der westdeutschen Feuerwehren zurück, erinnert sich Wolfgang Hechinger. Und trotzdem hatten beide im Einsatz die gleichen Herausforderungen:

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Noch heute findet ein regelmäßiger Austausch und gegenseitiger Besuch zwischen den Feuerwehren statt. Eine Freundschaft, die ohne Mauerfall so nicht möglich gewesen wäre. Denn in der DDR war jede Kontaktaufnahme mit Auslandsbehörden genehmigungspflichtig und eine Genehmigung - "beim damaligen Feindbild Kapitalismus" - stand außer Frage, hieß es im ersten Brief.

Freundschaft muss gepflegt werden

"Es hat sich gezeigt, dass aus so einem kleinen Brief eine Freundschaft entstehen kann. Man muss sich nur drum kümmern.

Manfred Hechinger, Freiwillige Feuerwehr Ottersweier

Der ehemalige Feuerwehrkommandant von Ottersweier, Manfred Hechinger, wünscht sich, dass sich die Freundschaft weiter vertieft. Seiner Ansicht nach lohnt es sich - auch für die nachfolgenden Generationen:

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