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Keine Kunden, null Einnahmen, verspätete Finanzhilfen: Viele Friseursalons in Baden-Württemberg gehen nach dem langen Winter-Lockdown finanziell auf dem Zahnfleisch. Jetzt warnt ein Fachverband: Viele werden das Jahr nicht überstehen.

Insgesamt 11.500 Friseursalons gibt es aktuell in Baden-Württemberg - wie viele es im kommenden Jahr noch sein werden, ist ungewiss. Der Geschäftsführer des Landesverbands Friseur und Kosmetik, Matthias Moser, geht davon aus, dass bis Ende des Jahres jeder fünfte Salon schließen wird.

Das seien vor allem Friseure, die kurz vor dem Ruhestand stünden und sich die pandemiebedingten Schwierigkeiten nicht mehr antun wollten, so Moser.

Lockdown-Folgen: 17 Wochen ohne Einnahmen

Rund 17 Wochen lang durften Friseurinnen und Friseure im vergangenen Corona-Jahr nicht ihrer Arbeit nachgehen. 17 Wochen, in denen sie keine Einnahmen hatten, die Kosten für Miete und Personal jedoch weiter liefen.

Die Angestellten bekamen bis zur Wiederöffnung Anfang März Kurzarbeitergeld, die Besitzerinnen und Besitzer der Salons selbst schauten meist in die Röhre. Einen Unternehmerlohn für sie habe es nicht gegeben, kritisiert Moser. Das Antragsverfahren für die Hilfen des Bundes für die Mitarbeitenden habe viele Betriebe überfordert, Zuschüsse seien zu spät geflossen.

Singen

Mit dem Lockdown kommt die Armut Friseurin aus Singen mit Existenzängsten

Bei vielen Künstlern und Selbstständigen wird das Geld knapp, da sie wegen des Lockdowns nicht arbeiten durften oder dürfen. Eine selbstständige Friseurin aus Singen berichtet von ihren Sorgen.  mehr...

Seit Anfang März läuft das Geschäft wieder, doch den Rekordumsatz von 947 Millionen Euro aus dem Jahr 2019 werde man mit Sicherheit nicht mehr erreichen, heißt es vom Landesverband. Die Vorgaben zur Begrenzung der Kundenzahl in den Salons drücke die Umsätze.

Lockdown begünstigt Schwarzarbeit in Friseurbranche

Ein weiteres Problem der Branche: Schwarzarbeit. Der Obermeister der Friseurinnung Reutlingen, Roberto Laraia, beklagt, dass Zwangsschließungen wie im vergangenen Lockdown Schwarzarbeit begünstigten.

Damit werde auch die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass Hygienevorgaben ignoriert werden. Im Ernstfall könnten auch Infektionsketten nicht erstellt werden. Im normalen Betrieb hingegen sei die Nachverfolgung wegen Online-Terminvergaben gesichert.

Baden-Württemberg

BW-Betriebe gegen illegales Haareschneiden Schwarzarbeit, unmoralische Angebote, Existenzängste: Friseur-Branche drängt auf Öffnung

Der Coronavirus-Lockdown seit Mitte Dezember setzt den Friseuren in Baden-Württemberg immer mehr zu. Während Forderungen nach Öffnungsperspektiven lauter werden, wehren sich immer mehr Friseure gegen Schwarzarbeit und verlockende Angebote.  mehr...

Wie viele Friseurinnen und Friseure im Lockdown tatsächlich schwarz Haare geschnitten oder gefärbt haben, darüber hat das Tübinger Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung keine Erkenntnisse.

Dennoch weist man dort auf ein bestimmtes Verhaltensmuster hin: Direktor Bernhard Boockmann sagt, generell gebe es eine Flucht in die Schattenwirtschaft, um unliebsamen politischen Vorgaben und Regulierungen auszuweichen.

Freiburg

Corona-Langhaar kann endlich ab Freiburger Frisörsalons am ersten Tag der Wiedereröffnung

Einmal Waschen und Legen heißt es seit Montag wieder in den Freiburger Frisörsalons. Sie sind zum Teil bis Ostern ausgebucht und wieder heißt es: Vorsicht Corona, Abstand halten.  mehr...

Langenargen

Frisöre aus Langenargen haben Tipps für die Lockdown-Frisur Haare selber schneiden, geht das?

Seit die Frisöre wegen Corona geschlossen sind, wächst mancher Haarschnitt aus der Form. Die Haare selbst schneiden oder dem Partner die Schere in die Hand drücken - beides ist mit gewissen Risiken verbunden. Ein Frisör-Team aus Langenargen (Bodenseekreis) weiß Rat.  mehr...

Landesschau Baden-Württemberg SWR Fernsehen BW

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