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Nach Angaben des Landesgesundheitsamtes (LGA) bringen immer mehr Reiserückkehrer das Virus nach Baden-Württemberg mit. Die meisten Fälle gehen auf den Kosovo und Kroatien zurück.

Seit der Aufhebung der Reisewarnung für die EU und andere europäische Länder Mitte Juni seien insgesamt 895 Covid-19-Fälle von Reiserückkehrern übermittelt worden, teilte das Landesgesundheitsamt in Stuttgart auf Anfrage mit. Das entspricht einem Anteil von 26 Prozent an der Gesamtzahl der Fälle. Die Tendenz ist steigend: Vor einer Woche lag der Anteil noch bei 21 Prozent.

Kosovo und Kroatien sind Hotspots

Die meisten Fälle (23 Prozent) gehen weiterhin auf den Kosovo als Reiseland zurück. Etwa 15 Prozent stammen aus Kroatien, wo die Zahl der erkrankten Urlauber innerhalb einer Woche deutlich gestiegen ist. Für Schlagzeilen hatten zuletzt unter anderem junge Menschen in Stuttgart und Göppingen gesorgt, die aus dem als Party-Hochburg bekannten Ort Novalja auf der kroatischen Adriainsel Pag zurückgekehrt waren und andere angesteckt haben sollen. Das Robert-Koch-Institut weist Kroatien, anders als den Kosovo, allerdings noch nicht als Corona-Risikogebiet aus.

Stuttgarts OB für Kroatien als Risikogebiet

Der Stuttgarter Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) fordert am Dienstag, dass Bund und Land gerade im Hinblick auf Kroatien aktiv werden sollen. Ein mögliches Szenario für Kuhn wäre, Kroatien sofort zum Risikogebiet zu erklären. Er hält es auch für möglich, einzelne Regionen zu Risikogebieten zu erklären oder eine Testpflicht für Reiserückkehrer einzuführen, die in Ländern oder Regionen mit einer hohen Infektionsgefahr Urlaub gemacht haben - unabhänging von den Kriterien des Robert-Koch-Instituts.

Am Dienstag wurde zudem bekannt, dass infizierte Kroatien-Urlauber aus dem Alb-Donau-Kreis wegen der Corona-Testpanne in Bayern erst nach einer Woche über ihr positives Ergebnis informiert worden waren.

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Mehrheit in Baden-Württemberg angesteckt

Auch wenn immer mehr Urlauber positiv getestet werden, der Großteil der neuen Infizierten (74 Prozent) steckt sich weiterhin in Baden-Württemberg und anderen Bundesländern an. Darauf hatte zuletzt auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hingewiesen. Es gebe in ganz Deutschland lokale Ausbrüche, die meist mit Feiern zusammenhingen, so Spahn. Man dürfe deshalb nicht nur die Reiserückkehrer in den Blick nehmen.

Kostenlose Tests in Baden-Württemberg

Urlauber aus Corona-Risikogebieten müssen sich bei der Rückkehr nach Deutschland kostenlos auf das Virus testen lassen. In Baden-Württemberg können sich Reisende unter anderem auf dem Parkplatz Neuenburg-Ost (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) an der Autobahn A5 sowie am Stuttgarter Hauptbahnhof und an den Flughäfen in Stuttgart, Friedrichshafen und Karlsruhe/Baden-Baden testen lassen.

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