Fotmontage aus Lebensmitteln an der Kasse, einem Gaszähler, Tankstellen-Spritpreistafel und Stromstecker: Hohe Energiekosten, teurere Lebensmittel. Die Inflation in Deutschland ist so hoch wie seit fat 50 Jahren nicht mehr. Experten sind besorgt. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / SVEN SIMON | Frank Hoermann / SVEN SIMON)

Preise für Energie und Nahrungsmittel steigen weiter

Baden-Württemberg: Inflationsrate klettert auf 7,3 Prozent

STAND
AUTOR/IN
Tobias Frey
ONLINEFASSUNG
Petra Thiele
SWR-Wirtschaftsredakteurin Petra Thiele (Foto: Dirk Bannert)

Die Verbraucherpreise in Baden-Württemberg sind im August im Vergleich zum Vorjahresmonat um 7,3 Prozent gestiegen. Im Juli 2022 lag die Rate bei 7,1 Prozent, so die Statistiker.

Vor allem Energie ist deutlich teurer geworden. Die Preise für Heizöl zum Beispiel stiegen im Vergleich zum Vorjahresmonat um mehr als 96 Prozent. Auch Sprit und Gas wurden deutlich teurer. Ebenfalls mehr bezahlen mussten Verbraucher in Baden-Württemberg diesen Monat für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke. Die Preise hier stiegen im Vergleich zum August 2021 um durchschnittlich 15 Prozent.

Video herunterladen (4,3 MB | MP4)

Unterbrochene Lieferketten und Energietransporte

Die Gründe für die Preissteigerungen dürften auch weiterhin der Krieg in der Ukraine und die Folgen vor allem für die Energieversorgung sein. Aber auch unterbrochene Lieferketten sowie höhere Großhandels- und Erzeugerpreise machen Produkte und Dienstleistungen teurer.

Schlechtes Vorzeichen für den Herbst

Bundesweit ist die Inflation in Deutschland im August auf Basis einer vorläufigen Schätzung von 7,5 auf 7,9 Prozent geklettert. Nachdem sie im Juni und Juli jeweils leicht gefallen war. Ökonomen sehen dies ein schlechtes Vorzeichen für die kommenden Monate. Für den Herbst erwarten manche deutlich höhere Inflationsraten von acht bis zehn Prozent.

"Die jüngst noch einmal stark gestiegenen Börsenpreise für Erdgas sind noch bei weitem nicht vollständig bei den Verbrauchern angekommen."

Eine aktuelle Umfrage des Münchener Ifo-Instituts unter 9.000 Firmen kommt auch zu dem Ergebnis, das viele Produkte noch teuer werden. Knapp jedes zweite Unternehmen wolle in den kommenden drei Monaten die Preise erhöhen, erklärte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe bei der Präsentation der Umfrage. Zudem wird die Kritik an der Gasumlage immer lauter.

RLP/BW

Echtzeit-Datenanalyse zu Spritpreisen Tankrabatt-Ende: So teuer sind Benzin und Diesel

Am 31. August lief der Tankrabatt aus. Die Spritpreise sind dadurch deutlich über die Zwei-Euro-Marke geklettert, wie die Datenanalyse von SWRdata zeigt.  mehr...

Baden-Württemberg

Trotz Senkung der Mehrwertsteuer Gasumlage: Preise in BW steigen ab Oktober deutlich

Viele Gaskunden in Baden-Württemberg müssen sich ab Oktober trotz der Senkung der Mehrwertsteuer auf kräftige Preissteigerungen einstellen. Auch die Strompreise gehen nach oben.  mehr...

SWR Aktuell Baden-Württemberg SWR Fernsehen BW

Baden-Baden

"Wir müssen aus den fossilen Energien raus" Experte: Heizöl könnte wegen Niedrigwasser teurer werden

Heizen wird teurer - auch mit Öl. Der Energieexperte der Verbraucherzentrale Matthias Bauer warnt: Es wird noch schlimmer. Mittelfristig sei nur die Energiewende ein Ausweg.  mehr...

SWR Aktuell am Morgen SWR Aktuell

STAND
AUTOR/IN
Tobias Frey
ONLINEFASSUNG
Petra Thiele
SWR-Wirtschaftsredakteurin Petra Thiele (Foto: Dirk Bannert)