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In vielen Impfzentren in Baden-Württemberg werden nach SWR-Recherchen täglich Menschen abgewiesen, obwohl sie einen Termin haben. Das Problem: Die Berechtigung wird erst im Impfzentrum geprüft.

Allein im Impfzentrum des Klinikums Stuttgart müssen nach eigenen Angaben zwischen 40 und 50 Personen am Tag nach Hause gehen, ohne geimpft zu werden. Das Problem liegt an der landesweiten Buchungsplattform, so eine Sprecherin des Klinikums. Dort könne man auch ohne Berechtigung einen Termin buchen. Außerdem sei es zu kompliziert, nachzuvollziehen, ob man berechtigt ist oder nicht.

Freigabe für die Altersgruppe fehlt

Im Impfzentrum Ulm waren es meist Personen zwischen 65 und 79 Jahren, die abgewiesen wurden - laut einem Sprecher des Impfzentrums fehlt bislang die Freigabe für den Großteil dieser Altersgruppe. Die Impfwilligen konnten trotz einer anderslautenden Empfehlung der Ständigen Impfkommission noch nicht mit dem Astrazeneca-Impfstoff versorgt werden.

Für die Abgewiesenen aber auch für die Impfzentren ergibt sich so eine ungute Situation: Wer nicht vorgelassen wird, muss ungeimpft wieder zurück und das Impfzentrum muss kurzfristig Ersatz für den dann ausgefallenen Termin schaffen.

DRK-Schild mit dem Wort "Impfung" und einer Grafik einer Spritze (Foto: SWR)
Auch in Ulm werden viele Menschen abgewiesen. (Archivbild)

Impfberechtigung wird erst vor Ort überprüft

Das Sozialministerium verwies gegenüber dem SWR ebenfalls darauf, dass es kompliziert sei, festzustellen, ob man impfberechtigt ist. Telefonisch und online sei dies oftmals nicht möglich. Deshalb werde die eigentliche Impfberechtigung erst vor Ort festgestellt. Bei Zweifeln, ob man impfberechtigt ist oder nicht, solle man sich vorsichtshalber an den Hausarzt wenden, hieß es weiter.

Für die Freigabe der Altersgruppe zwischen 65 und 79 für den Astrazeneca-Impfstoff erwarte man noch am Montag eine angepasste Impfverordnung des Bundes.

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