Imfpzentrum (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Felix Kästle)

Hausärzte sollen übernehmen

Corona-Impfzentren in BW schließen - wie es jetzt weitergeht

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Baden-Württemberg macht Schluss mit den Corona-Impfzentren: Am Donnerstag wurden dort die letzten Spritzen gesetzt, die Hausarztpraxen sollen übernehmen. Ist das der richtige Weg?

(K)Eine Erfolgsbilanz? In den Corona-Impfzentren in Baden-Württemberg sind in den vergangenen neun Monaten mehr als 8,2 Millionen Erst- und Zweitimpfungen verabreicht worden - so teilte es das Landesgesundheitsministerium mit (Stand: 28.9.2021).

Auch wenn damit rund 60 Prozent der Gesamtimpfungen im Land in den Impfzentren erfolgten - ihre Kapazität ausgeschöpft haben sie nicht. Bis zu 80.000 Impfungen pro Tag wären ursprünglich möglich gewesen, zuletzt waren es im Schnitt nur rund 15.000. Neben dem Impffortschritt auch ein Grund, warum auch die verbliebenen 45 Impfzentren nun ausgedient haben. Landesgesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) bedankte sich bei allen bisherigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren Einsatz.

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Hausarztpraxen: Bereit, Verantwortung zu übernehmen

Ab Freitag, 1. Oktober, sollen die Hausärztinnen und Hausärzte in Baden-Württemberg die weitere Verantwortung für die Impfkampagne in die Hand nehmen. Die seien auch bereit dafür, bestätigte der Pressesprecher des Hausärzteverbands, Manfred King, dem SWR. Man habe schon vor Wochen gefordert, die Impfzentren zu schließen.

Auf die Hausarztpraxen kommen damit ab dem 1. Oktober zusätzliche Aufgaben zu: Zum Beispiel die Zweitimpfung von Menschen, die ihre erste Dosis in einem Impfzentrum erhalten haben. Das ist laut Hausärzteverband jedoch zu schaffen - ein Ansturm neuer Patientinnen und Patienten sei nur vereinzelt zu erwarten, wenn Praxen in der Nachbarschaft schließen würden.

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Kritik von Hausärztinnen und Hausärzten: Organisation immer schwieriger

Doch nicht alle Hausärztinnen und Hausärzte in Baden-Württemberg scheinen zufrieden mit dem Verlauf der Impfkampagne: Die Organisation der Impftermine in den Praxen werde schwieriger, weil die Nachfrage insgesamt stark nachgelassen habe, heißt es in einzelnen Rückmeldungen an den Hausärzteverband. Je nach Impfstoff immer fünf bis zehn Impfwillige zusammen zu bekommen, um angebrochene Dosen aufbrauchen zu können, erfordere einen hohen Organisationsaufwand, so Verbandssprecher King.

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Mobile Impfteams und Impfbusse unterstützen

Ganz alleine stemmen müssen die Hausarztpraxen und Betriebsärzte die Impfkampagne aber vorerst nicht: Bis Ende des Jahres kommen weiterhin 30 mobile Impfteams in ganz Baden-Württemberg zum Einsatz, so das Landesgesundheitsministerium. Sie sollen die Hausarztpraxen unterstützen und bei Vor-Ort-Impfaktionen die Menschen impfen, die keine feste Hausarztpraxis haben. Die Impfteams sind Kliniken an zwölf Standorten zugeordnet, unter anderem in Freiburg, Heidelberg, Ravensburg und Ulm. Zusätzlich werden die bestehenden Impfbusse in das Impfkonzept integriert, so Gesundheitsminister Lucha.

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Fortschritt der Impfkampagne wird genau beobachtet

Die Landesregierung und die Kassenärztliche Vereinigung in Baden-Württemberg wollen den Fortschritt der Impfkampagne genau beobachten: Wenn nach der Schließung der Impfzentren in einzelnen Regionen Engpässe auftreten, sollen gegebenenfalls weitere mobile Impfteams dorthin geschickt werden.

Landesgesundheitsminister Lucha betont: Die Menschen könnten sich darauf verlassen, dass in Baden-Württemberg auch weiterhin Impfungen flächendeckend und sicher angeboten würden. Er rief nochmals dazu auf, sich um eine Impfung zu bemühen. Vor allem bei der Bevölkerung unter 60 Jahren gebe es leider noch viele Menschen, die noch nicht geschützt seien.

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