Jugendliche wird gegen Corona geimpft (Foto: dpa Bildfunk, Damian Dovarganes)

Impreihenfolge bei Kindern

Aktuell nur Corona-Impfungen für Kinder mit Vorerkrankung möglich

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Kinder im Alter zwischen zwölf und 17 Jahren dürfen in Baden-Württemberg nur mit Vorerkrankung geimpft werden. Termine für gesunde Kinder wurden abgelehnt.

Eigentlich hat das Land seit Montag, dem 7. Juni, die Impfreihenfolge aufgehoben. Demnach kann also fast jeder versuchen, einen Termin im Impfzentrum zu ergattern. Das gilt allerdings nur für volljährige Personen.

Kinder ab 12 Jahren dürfen in Impfzentren Baden-Württembergs aktuell nur geimpft werden, wenn sie Vorerkrankungen haben, oder wenn sie Kontakt zu besonders schutzbedürftigen Personen haben, die nicht selbst gegen das Coronavirus geimpft werden können. Man wolle so vor allem den verletzlichen Kindern eine Impfung ermöglichen, hieß es vom Sozialministerium.

Hausärztinnen und Hausärzte impfen bereits seit 17. Mai außerhalb der gesetzlichen Priorisierung.

Kind mit Mundschutz wird während der Corona-Pandemie geimpft (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / Laci Perenyi | Laci Perenyi)
Aktuell bekommen in Baden-Württemberg nur Kinder mit Vorerkrankung einen Impftermin. (Symbolbild) picture alliance / Laci Perenyi | Laci Perenyi

Arzt verweigert gesunden Kindern die Corona-Impfung

Dem SWR sind Fälle von Eltern bekannt, die über das Online-Portal dennoch an Termine im Impfzentrum für ihre Kinder kommen konnten. Diese hatten wohl keinerlei Vorerkrankungen. Die Impfung wurde vom Impfarzt verweigert.

Die Eltern haben sich zuvor offenbar im Internet informiert: Auf den Seiten des Sozialministeriums war nämlich noch am Mittwochnachmittag zu lesen, dass die Impfung für alle Kinder ab 12 möglich sei. Laut Sozialministerium hat aber der impfende Arzt vor Ort die letzte Entscheidungsmacht, sie orientierten sich an der Empfehlung der Ständigen Impfkommission.

Diese hat am Donnerstag keine generelle Impfempfehlung für gesunde Kinder und Jugendliche ausgesprochen. Kinder ab 12 Jahren sollen geimpft werden, wenn sie Vorerkrankungen haben. Dazu zählen Kinder und Jugendliche mit schweren Herz- und Lungenproblemen oder andere chronische Erkrankungen. Zusätzlich dazu empfiehlt sie die Impfung auch für Jugendliche, die etwa in der Ausbildung berufsbedingt ein erhöhtes Ansteckungsrisiko haben.

Hausärzte plädieren für Corona-Impfungen in Praxen

Hausärzte plädieren für eine Impfung von Jugendlichen ab zwölf Jahren vor allem in Arztpraxen: Dort könne am besten beurteilt werden, wer dazu zähle, sagt Verbandschef Ulrich Weigeldt der Nachrichtenagentur Reuters. In den Praxen sei die Krankheitsgeschichte von Patienten bekannt. Ärztinnen und Ärzte könnten deshalb zusammen mit Patienten gemeinsam Risiken und Nutzen einer Impfung abwägen. Das Land Baden-Württemberg sieht das ähnlich und verweist darauf, dass die Hausärzte das gut einschätzen können.

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