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In Baden-Württemberg wird bereits gegen das Coronavirus geimpft - nebenan, in Rheinland-Pfalz, dagegen noch nicht. Deshalb versuchen wohl einige Bürger sich Termine in Baden-Württemberg zu besorgen.

Die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) hat Vorwürfe zurückgewiesen, Bürgerinnen und Bürger aus Rheinland-Pfalz würden sich immer wieder in baden-württembergischen Impfzentren nahe der Landesgrenze gegen Corona impfen lassen. "Die Sorge ist völlig unbegründet", sagte Bätzing-Lichtenthäler. "Es gilt das Wohnsitzprinzip." Rheinland-Pfälzer könnten in den Impfzentren in Baden-Württemberg keinen Termin bekommen. Niemand in Baden-Württemberg müsse sich sorgen, dass unberechtigt auf Impfdosen des Landes zugegriffen werde.

Baden-Württemberg hat sich beim Bundesland Rheinland-Pfalz über zunehmenden Impftourismus beschwert. Nach Angaben des baden-württembergischen Gesundheitsministeriums melden sich viele Menschen aus der rheinland-pfälzischen Grenzregion in Baden-Württemberg zum Impfen an, weil das in Rheinland-Pfalz noch nicht möglich sei.

Die Rheinland-Pfälzer müssen noch auf ihre Corona-Impfung warten

In Baden-Württemberg können die Bürger bereits seit dem 27. Dezember einen Impftermin vereinbaren, in Rheinland-Pfalz soll die Terminvergabe erst am 4. Januar starten.

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Baden-Württemberg habe sich dafür entschieden, vom ersten Tag an individuelle Termine zu vergeben, betonte Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) in einem Schreiben an seine rheinland-pfälzische Amtskollegin Bätzing-Lichtenthäler, das dem SWR vorliegt. Eine Vielzahl von Anfragen kämen aus Rheinland-Pfalz. Das liege wohl daran, dass in Rheinland-Pfalz erst kommende Woche Impftermine vereinbart werden könnten. "Wenn nunmehr Termine an Personen aus anderen Bundesländern vergeben werden, deren Landesregierungen andere Strategien vorsehen, führt dies zu einer Ungleichverteilung des so knappen Gutes Impfstoff", kritisierte Lucha. Die Kontingente seien an die Bundesländer nach Einwohnerzahlen verteilt worden.

Lucha bittet Bürger aus anderen Bundesländern um Geduld

Er wolle dringend darum bitten, die Bevölkerung von Rheinland-Pfalz öffentlich zur Geduld aufzurufen und auf die Terminvergabe in Rheinland-Pfalz zu verweisen, schrieb Lucha. Er bat die Landesregierung, ihre Bürger auf die Terminvergabe im eigenen Land hinzuweisen. Andererseits müsse man über einen Ausgleich ins Gespräch kommen.

"Sollte sich dauerhaft ein Ungleichgewicht etablieren, müssten wir aus meiner Sicht auch über einen Ausgleich ins Gespräch kommen."

Manfred Lucha (Grüne), BW-Gesundheitsminister

Bei der SPD im Landtag stieß Luchas Brief auf Kritik: Der Minister müsse selbst sicherstellen, dass Impftermine nur an Personen aus dem Land vergeben werden. Auch aus Bayern hätten sich Bürger gemeldet, die sich in Baden-Württemberg impfen lassen wollten, bestätigte eine Sprecherin des baden-württembergischen Gesundheitsministeriums. Für die nächsten sechs Wochen seien die Termine im Land weitgehend vergeben.

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