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Seit Montag können Menschen mit Vorerkrankungen aus der dritten Prioritätsgruppe in Baden-Württemberg einen Termin zur Corona-Impfung vereinbaren. Der Andrang ist laut Sozialministerium entsprechend groß.

Schon in den ersten Stunden sind nach Angaben eines Ministeriumssprechers online oder telefonisch über die Nummer 116 117 rund 32.000 Termine gebucht worden. Noch immer sei die Nachfrage höher als das Impfstoffangebot. "Wer keinen Termin bekommen hat, sollte es zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal versuchen", empfahl der Sprecher. Denn es würden immer wieder neue Termine eingestellt. Die Impftermine werden zentral im Internet oder bei der Impfhotline vergeben.

Zur dritten Prioritätsgruppe gehören Menschen mit:

  • behandlungsfreien Krebserkrankungen
  • HIV
  • Rheumaerkrankungen und Autoimmunerkrankungen
  • Herzerkrankungen
  • Asthma
  • Adipositas

Gruppe umfasst etwa 1,5 Millionen Menschen

Ebenfalls impfberechtigt sind nach Angaben des baden-württembergischen Sozialministeriums auch jeweils bis zu zwei Kontaktpersonen von Menschen, die wegen einer dieser Erkrankungen oder aufgrund des Alters von über 60 Jahren pflegebedürftig sind.

Mit dem nun anstehenden Öffnungsschritt sind rund 1,5 Millionen weitere Menschen impfberechtigt. Nachweisen können sie dies mit einem Attest des behandelnden Arztes. Für die Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen soll es, wie bisher, eine Vorlage für eine Selbstbescheinigung auf der Homepage des Sozialministeriums geben.

Verdi will Impffenster für Personal in Kitas und Grundschulbetreuungen

Die Gewerkschaft Verdi sieht noch erheblichen Regelungsbedarf vor allem bei Beschäftigten mit hohem Infektionsrisiko. Verdi-Landesbezirksleiter Martin Gross erklärte, das gelte vor allem für das Fachpersonal in Kitas und Grundschulbetreuungen. "Die Priorisierung alleine hilft ihnen nicht. Sie müssen jetzt endlich die in Aussicht gestellten Impffenster bekommen, damit sie so schnell wie möglich wenigstens die erste Impfung bekommen", so Gross. Außerdem kritisierte er, dass Beschäftigte in den baden-württembergischen Arbeitsagenturen sowie Mitarbeitende in Sparkassen und Banken trotz ihrer vielen Kundenkontakte keine Impfpriorisierung erhielten.

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Andere Gruppen müssen noch warten

Von voraussichtlich Mitte Mai an sollen sich auch Beschäftigte der sogenannten kritischen Infrastruktur wie etwa aus dem Lebensmittelhandel, der Energieversorgung und aus anderen Teilen in Baden-Württemberg impfen lassen dürfen. Das hatte das Sozialministerium vergangene Woche angekündigt. Da zu wenig Impfstoff zur Verfügung stehe, müsse auch in dieser Gruppe priorisiert werden, so das Ministerium.

Menschen, die im Apothekenwesen, in der Pharmawirtschaft, im Bestattungswesen, in der Ernährungswirtschaft, in der Wasser- und Energieversorgung, in der Abwasserentsorgung und Abfallwirtschaft, im Transport- und Verkehrswesen sowie in der Informationstechnik und im Telekommunikationswesen tätig sind, seien zuerst an der Reihe.

Impfungen von Betriebsärzten spätestens ab 7. Juni

In der zweiten Juniwoche sollen sich dann auch die Betriebsärzte an der Impfkampagne beteiligen. Spätestens ab 7. Juni können sich Beschäftigte dann auch im Betrieb gegen das Corona-Virus impfen lassen. Laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sind für Betriebe zunächst 500.000 Impfdosen pro Woche vorgesehen. Entsprechende Pläne bestätigte er der "Welt am Sonntag". "Man könne so Menschen fürs Impfen gewinnen, die nicht das Gegenargument suchen, sondern die Gelegenheit", so Spahn.

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