Ein Mitarbeiter bereitet im Klinikum rechts der Isar eine Spritze mit dem Impfstoff von Bavarian Nordic (Imvanex  Jynneos) gegen Affenpocken vor. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Sven Hoppe)

Impfempfehlung nur für bestimmte Gruppen

Affenpocken: BW-Impfstart noch in dieser Woche

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Baden-Württemberg erhält zunächst 3.000 Impfstoffdosen. Eine Gefahr für die breite Bevölkerung sieht das BW-Sozialministerium nicht - die meisten Affenpocken-Fälle gibt es in Berlin.

In Baden-Württemberg sollen nach SWR-Informationen in dieser Woche die Impfungen gegen das Affenpocken-Virus starten. In einer ersten Lieferung hat der Bund Baden-Württemberg knapp 3.000 Impfstoffdosen zugeteilt. Weitere Lieferungen sind bereits angekündigt.

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Impfstoff wird von Stuttgart aus verteilt

Die Impfstoffdosen sind laut Ministerium zunächst an die Krankenhausapotheke des Robert-Bosch-Krankenhauses in Stuttgart geliefert worden. Von dort werden sie an weitere Krankenhausapotheken verteilt. Erhalten sollen sie auch HIV-Schwerpunktpraxen, einzelne Uni-Ambulanzen und Gesundheitsämter.

Impfempfehlung nur für bestimmte Personengruppen

Eine Impfung der breiten Bevölkerung ist laut baden-württembergischem Sozialministerium ausdrücklich nicht vorgesehen. Grundlage dafür ist die Empfehlung der Ständigen Impfkommission. Diese rät nur bestimmten Personengruppen zu einer Impfung gegen Affenpocken. Dazu zählen Personen ab 18 Jahren mit engem körperlichem Kontakt zu Infizierten. Außerdem sollen sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Laboren mit ungeschütztem Kontakt zu Proben impfen lassen. Auch homosexuellen Männern mit wechselnden Partnern wird eine Impfung empfohlen.

Mit Abstand die meisten Infektionen in Berlin

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Der Großteil der Fälle wurde demnach aus Berlin gemeldet, wo der Erreger allein über 1.100 mal nachgewiesen wurde. Mit Ausnahme von vier Frauen bundesweit sind nach RKI-Angaben alle Erkrankten Männer.

"Die Übertragungen erfolgen in diesem Ausbruch nach derzeitigen Erkenntnissen in erster Linie im Rahmen von sexuellen Aktivitäten, aktuell insbesondere bei Männern, die sexuelle Kontakte mit anderen Männern haben", schreibt das RKI.

Grundsätzlich kann sich mit dem Virus jeder anstecken, der engen körperlichen Kontakt mit einem Infizierten hat. Eine Gefährdung für die Gesundheit der breiten Bevölkerung schätzt das RKI derzeit als gering ein.

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BW-Sozialministerium: Keine Gefahr für breite Bevölkerung

Diese Einschätzung teilt man auch im Sozial- und Gesundheitsministerium von Baden-Württemberg. In Baden-Württemberg gab es nach Informationen des Sozialministeriums bisher 87 offiziell bestätigte Fälle einer Affenpockeninfektion.

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