Die Mitarbeiterin eines mobilen Impfteams impft auf einem Parkplatz eine Autofahrerin in ihrem Auto gegen das Coronavirus. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Robert Michael)

Vierte Corona-Welle in Baden-Württemberg

Ministerium bestätigt: Erst die Hälfte der 155 mobilen Impfteams in BW im Einsatz

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Mit mobilen Teams will die Landesregierung die Corona-Impfkapazitäten in Baden-Württemberg massiv erhöhen. Doch bislang läuft dieses Vorhaben schleppend an.

Von den angekündigten 155 mobilen Corona-Impfteams in Baden-Württemberg ist bislang nur rund die Hälfte im Einsatz. Das bestätigte ein Sprecher des Sozialministeriums in Stuttgart am Freitag.

Die Landesregierung hatte den Ausbau der Impfkapazitäten in der vorigen Woche angekündigt, am Donnerstag billigte das Kabinett den Beschluss. Nun werde die gesamte Kapazität als Unterstützung für die Ärzteschaft so schnell wie möglich ausgerollt, so der Sprecher.

Impfstationen in der Fläche

Die Landesregierung plant, pro Team am Tag 130 Corona-Impfungen durchzuführen - Erstimpfungen sollen genauso möglich sein wie Auffrischungsimpfungen. Laut den Plänen des Ministeriums soll in jedem Stadt- und Landkreis mindestens eine feste Impfstation eingerichtet werden.

Dazu sollen Städte und Kreise dem Land ihren Bedarf mitteilen. Damit soll gewährleistet werden, dass es flächendeckend genügend fest installierte Anlaufstellen gibt. Der Sprecher betonte, mehrere Kommunen wie etwa Freiburg oder Karlsruhe seien schon jetzt aktiv und hätten sogenannte Impfstützpunkte eingerichtet. Diese Möglichkeit stehe allen Kommunen bereits heute offen.

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Bei Zahl der Impfteams nachjustieren

Uwe Lahl, Amtschef im Sozialministerium, geht davon aus, dass im Dezember eine Million Drittimpfungen vorgenommen werden müssten, im Januar würden es zwei Millionen sein. "Das wird der Höhepunkt sein", sagte Lahl dem "Südkurier". Im Januar müsste dafür bei der Zahl der Impfteams nochmal nachjustiert werden. Er sprach sich zudem gegen die Wiedereröffnung von Impfzentren aus. Die Landesregierung hatte einer Reaktivierung eine Absage erteilt, weil diese zu lange dauere und zu aufwändig sei.

Lahl sagte, dass Baden-Württemberg über ausreichend Impfstoff verfüge, auch wenn mancher sich zur Zeit vergeblich um eine Impfung bemühe. "Es gibt genügend Impfstoff", betonte er.

Ärzte rufen zu Aktionswoche für Corona-Impfungen auf

Unterdessen haben die niedergelassenen Ärzte in Baden-Württemberg zu einer Aktionswoche für Corona-Impfungen aufgerufen und wollen dafür zusätzliche Kapazitäten schaffen. Der Andrang in den Arztpraxen sei aktuell enorm, teilte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW), Norbert Metke, am Freitag mit.

Um hier für Entlastung zu sorgen, rufen die Ärzte in der kommenden Woche zu einer "zentralen Impfwoche" auf. Viele Haus-, Kinder- und Facharztpraxen würden dazu in der kommenden Woche und für einen Impftag am 27. November zusätzliche Impfangebote schaffen, hieß es.

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