Impftermine verstreichen ungenutzt (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Friso Gentsch)

Leertermine verursachen Kosten und Ärger

Nicht benötigte Corona-Impftermine absagen - ganz einfach!

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Immer mehr Corona-Impftermine werden nicht wahrgenommen. Das verursacht Kosten und Ärger in den Impfzentren und Praxen in Baden-Württemberg. So einfach geht das Absagen.

Klagten viele Impfzentren in Baden-Württemberg noch vor wenigen Wochen über mangelnden Impfstoff, haben sie inzwischen mit einem anderen Problem zu kämpfen: Viele Impftermine werden nicht wahrgenommen, aber auch nicht abgesagt. Am Zentralen Impfzentrum in Freiburg etwa verfallen aktuell drei Viertel aller Zweitimpftermine. 15 Prozent aller Termine waren es zuletzt im Kreisimpfzentrum Ummendorf im Kreis Biberach. Der dortige Leiter, Gerd Romer, sagte: Zwar müsse deshalb kein Impfstoff weggeworfen werden, dennoch entstehe unnötiger Leerlauf bei den Mitarbeitern. Inzwischen habe man allerdings gelernt, mit dem Umstand umzugehen, dass viele Menschen ihren Termin einfach verfallen ließen, so Romer gegenüber dem SWR.

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Ausgefallene Termine verursachen Kosten und Ärger

"Ein leeres Impfzentrum kostet viel Geld", sagte der Leiter des Ulmer Pilot-Impfzentrums, Bernd Kühlmuß, dem SWR. Die Mitarbeiter müssten vor Ort sein und bezahlt werden, ob nun Impfwillige kämen oder nicht. Er vermutet, dass das neue Überangebot an Impfstoff den Wert einer Impfung in den Augen mancher herabsetze. "Anfangs haben sich die Menschen richtig gefreut, wenn sie geimpft wurden. Inzwischen wächst das Anspruchsdenken", so Kühlmuß.

Auch von den Hausärzten und Hausärztinnen werden Leertermine gemeldet. Vor allem zu Zweitimpfungen erschienen viele Patienten nicht in den Praxen, erklärte die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg gegenüber dem SWR. Es herrsche Verständnislosigkeit wegen dieses Verhaltens.

Impftermine absagen - telefonisch oder online

Dabei ist es im Normalfall weder zeitaufwendig noch schwierig, einen Termin in einem Impfzentrum abzusagen. Zwei Möglichkeiten gibt es, für beide braucht man den Vermittlungscode. Dieser findet sich in der Email, die jeder nach einer Online-Terminbuchung erhalten hat. Auch bei einer telefonischen Terminvereinbarung wurde ein Code mitgeteilt.

  • Telefonische Absage: Wer ohne Computer absagen möchte, ruft die zentrale Impfhotline 116117 an. Zwar fehlt in der automatischen Ansage der Punkt "Wenn Sie Ihren Impftermin absagen möchten ..." Man kommt dennoch mit Eingabe der 1 weiter: "Um einen Corona-Impftermin zu vereinbaren ...". Anschließend muss die 2 eingegeben werden: "Wenn Sie einen Impftermin vereinbaren möchten ..." Danach hat man nach wenigen Sekunden einen Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin in der Leitung. Man muss den Vermittlungscode angeben und wird dann noch einmal weitergeleitet. Im letzten Schritt wird die Absage dann notiert.
  • Online-Absage: Online absagen geht über die Webseite der Impfhotline. Wir zeigen Schritt für Schritt, wie das in wenigen Minuten am PC erledigt werden kann:
Impfterminabsage Nr. 1 (Foto: SWR)
Schritt 1 bei der Impfterminabsage Online Bild in Detailansicht öffnen
Schritt 2 bei der Impfterminabsage Online Bild in Detailansicht öffnen
Schritt 3 bei der Impfterminabsage Online Bild in Detailansicht öffnen
Schritt 4 bei der Impfterminabsage Online Bild in Detailansicht öffnen
Schritt 5 bei der Impfterminabsage Online Bild in Detailansicht öffnen

Absage muss nicht begründet werden

Nach einer Begründung, warum der Termin abgesagt wird, fragt niemand. Es sei nicht schlimm, wenn Termine abgesagt würden, betonen die Impfzentren immer wieder. Die Probleme entstünden erst, wenn gebuchte Termine nicht storniert würden: Leerlauf für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, aufgetauter Impfstoff, der rasch verbraucht werden müsse, fehlende Planungssicherheit. Auf der anderen Seite sagte ein Mitarbeiter der telefonischen Terminvergabe: "Wir sind froh darum, wenn Termine abgesagt werden, weil wir sie dann anderweitig vergeben können."

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